Vík í Mýrdal – ein magischer Ort?

Direkt an der Ringstraße liegt Vík í Mýrdal an der südlichsten Spitze Islands unterhalb des Mýrdalsjökull, der den Vulkan Katla bedeckt. Der Katla ist alle 40 bis 80 Jahre aktiv und liegt somit als ständige Bedrohung über dem Ort. Der letzte Ausbruch wurde 1918 verzeichnet, womit hat er aktuell seine Regelmäßigkeit durchbrochen hat.

Auf den Weg dahin nahmen wir einen Abzweig der Str. 1, die Str. 221, und machten einen kurzen Zwischenstopp am Sólheimajökull, ein südlicher Zipfel des Mýrdalsjökull. Es ist schon beeindruckend vor solch riesigen, uralten Eismassen zu stehen.

Vík í Mýrdal Sólheimajökull
Sólheimajökull

In Vík ý Mýrdal angekommen wehte uns ein eisiger Wind entgegen, zum Ausgleich gab es aber strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel. Vom Parkplatz führte ein Weg hinunter zum herrlich schwarzen Sandstrand. Von da hat man guten Blick auf die vulkanische Steinformation Reynisdrangar, die vor der Küste im Wasser liegt. Der Sage nach handelt es sich hierbei um Trolle, die beim Versuch ein Schiff an Land zu ziehen, zu Stein geworden sind.

Vík í Mýrdal
Reynisdrangar

Wir liefen eine Weile den einsamen (!) Strand entlang und saugten die frische klare Meeresluft auf. Einfach herrlich! Beeindrucken ist auch die gewaltige Brandung. Für Muschelsammler eignet sich dieser wunderbare Strand allerdings nicht, denn: Es gibt keine! Aber deswegen waren wir ja auch nicht hier.

Vík í Mýrdal
die ersten Fußabdrücke im schwarzen Sand waren unsere

Nachdem uns der Wind lange genug um die Ohren gepfiffen hatte, machten wir uns weiter zu unserem nächsten Ziel: Reynisfjara Beach. Warnschilder weisen schon darauf hin, dass es hier gefährlich werden kann. Nämlich dann, wenn man zu nah ans Wasser geht. Das Wasser hat hier eine unglaubliche Sogkraft. Durch den tiefen Meeresboden vor dem Strand tauchen die Wellen aus großer Tiefe plötzlich auf, größer als man selbst und reißen einen zu Boden. Man sollte die Gefahr nicht unterschätzen. Leider werden die Warnschilder trotzdem regelmäßig ignoriert weshalb immer wieder Touristen ertrinken. Ebenso beeindruckend wie die Kraft des Meeres sind die Basaltsäulen der Hálsanefshellir Cave. Als hätte ein Bildhauer hier sein Werk vollbracht. Tatsächlich entsteht so etwas aber, wenn Lava sehr langsam abkühlt. Von hier hat man übrigens auch nochmal den Blick von der anderen Seite auf die versteinerten Trolle.

Vík í Mýrdal
Hálsanefshellir Cave mit Basaltsäulen

Nächster Stop ist Dyrhólaey – die Türlochinsel. Vor 80.000 Jahre entstand die Halbinsel bei einem submarinen Vulkanausbruch. Von hier aus hat man einer hervorragenden Ausblick über einen großen Teil der südlichen Küste. Zum wandern gibt es hier einige abgesteckte Wege, auch damit man aus Neugier nicht zu nah an die Klippen geht. Hier brütet unter anderem eine Papageientaucher-Kolonie, von der man immer mal wieder ein Mitglied beim Weg aufs Meer vorbeifliegen sieht. Sehenswert ist auch der alte Leuchtturm von 1927. Der Weg dahin führt über eine relativ schmale, unbefestigte Straße, die aber auch mit normalen PKW machbar ist.

Vík í Mýrdal
das „Türloch“

Alles in allen war das ein beeindruckender Tag und ja, die Gegend ist schon ein wenig magisch, sofern man es zulässt.

Noch ein paar Eindrücke:

Vík í Mýrdal
Vík í Mýrdal
Vík í Mýrdal
schwarzer Strand in Vík í Mýrdal
Vík í Mýrdal
Arnardrangur
Vík í Mýrdal
Dyrhólaey
Vík í Mýrdal
Puffin im Vorbeiflug
Vík í Mýrdal
Leuchtturm von Dyrhólaey

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2 Gedanken zu „Vík í Mýrdal – ein magischer Ort?

  1. Der Beitrag ist sehr schön geschrieben. Man hat das Gefühl mit in der wunderbaren Landschaft unterwegs zu sein. Die Fotos sind herrlich und laden dazu ein dort einmal selbst hinzureisen :). Danke schön für die tollen Einblicke in ein solch faszinierendes Land.

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