Il Giardino di Ninfa – der Garten von Ninfa

Dieses entzückende Nympha ist das reizendste Märchen der Geschichte und Natur,das ich irgend in der Welt gesehen habe.

So beschreibt der deutsche Schriftsteller und Historiker Ferdinand Gregorovius im 19. Jahrhundert diesen wunderbaren Ort – den Garten von Ninfa. Ursprünglich stand in dem Gebiet ein antiker Tempel, der den Naiaden-Nymphen gewidmet war. Der Ort entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden Stadt obwohl er mitten in einem Sumpfgebiet liegt. Die strategisch günstigen Lage an der Straße von Neapel nach Rom trug sicher ihren Teil dazu bei. Die Einwohnerzahl wuchs schnell auf 2000 an. Zwischen den zahlreichen Häusern gab es in Ninfa zu dieser Zeit 14 Kirchen, zwei Krankenhäuser, ein Schloss und ein Rathaus. Geschützt wurden die Bewohner durch eine 1.400 Meter lange Mauer mit mehreren Türmen.

 

Garten von Ninfa

 

In der pontinischen Ebene am Monti Lepini liegt das 106 Hektar große Gebiet, wovon der Garten 8 Hektar umfasst. Von Rom fährt man etwa eine Stunde in südliche Richtung. Im späten Mittelalter wurde die Stadt geplündert, zerstört und von Malaria heimgesucht, sodass man letztendlich gezwungen war die Stadt aufzugeben. Die Überreste kann man heute in enger Symbiose mit der Natur bewundern.

 

Garten von Ninfa

 

Die Adelsfamilie Caetani gelangte Ende des 13. Jahrhunderts in Besitz der Stadt und hielt diese bis sie an die heutige Stiftung Roffredo Caetani übergeben wurde. Bereits im 16. Jahrhundert begann die Familie damit, um die von Pflanzen überwucherten Ruinen einen Garten anzulegen. Durch Trockenlegen der Sümpfe, Restaurieren einiger Ruinen und Setzen weiterer Pflanzen wurde Ninfa im 20. Jahrhundert zu einem Garten im englischen Stil umgebaut. Bis zur letzten Erbin wurde der Garten weitergegeben und gepflegt und neue, teilweise exotische Pflanzen, wurden gepflanzt. Die letzte Erbin der Caetani gründete die Stiftung, die den Garten bis heute pflegt.

 

Garten von Ninfa

 

1.300 Pflanzenarten aus aller Welt gibt es in Ninfa zu bestaunen. Rosen und Clematis sind eng verwachsen mit den alten Ruinen. Man findet Magnolien, Birken, Wasserschwertlilien und japanische Ahornbäume zwischen den überall verstreuten, unzähligen Rosensorten. Und auch tropische Arten, wie Avocado, südamerikanisches Mammutblatt und Bananenbäume, sind anzutreffen. Das Gluckern des Wassers ist allgegenwärtig und wenn Apfel-, Kirsch- und Tulpenbaum im Frühling erblühen, erstrahlt der Garten von Ninfa in einer Farbenpracht.

 

Garten von Ninfa

 

Pflanzen aus der ganzen Welt gedeihen nebeneinander als ob sich die Umgebung an die unterschiedlichen Bedürfnisse jeder Einzelnen angepasst hätte. Die wasserreiche und geschützte Lage am Fuße des Monti Lepini sorgt für ein ganz besonderes Mikroklima zwischen den Ruinen wodurch eine reichhaltige üppige Vegetation entsteht.

Diese Welt aus Ruinen und Pflanzen, durchzogen vom gleichnamigen Fluss Ninfa sowie einem See und Bachläufen, beherbergt außerdem eine vielfältige Tierwelt. Neben 152 Vogelarten leben hier unter anderem Dachs, Stachelschwein und Steinmarder. Neben weiteren Fischarten findet man in den Gewässern auch eine besondere Forellenart, die einst von den Römer aus Afrika importiert wurde.

 

Garten von Ninfa

 

Ein traumhafter, bezaubernder Ort und seit dem Jahr 2000 zurecht Naturdenkmal der Region Latium. Für die Öffentlichkeit ist der Garten von Ninfa nur an wenigen Tagen im Jahr zugänglich und ausschließlich mit Führung möglich.

 

 

 

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