Ausfahrt ins Altenburger Land

Am Sonntag begaben wir uns auf eine kleine Rundreise durchs Altenburger Land in Thüringen. Den ersten Halt machten wir in Altenburg und schlenderten dort durch den Botanischen Garten. Der Weg führte uns weiter nach Lumpzig, nicht weit von Altenburg entfernt. Ziel war hier eine der ältesten Bockwindmühlen Thüringens. Zum Abschluss begaben wir uns in das Gebiet „Resurrektion Aurora“, ein Überbleibsel der Bundesgartenschau 2007 in Ronneburg. So unterschiedlich die 3 auch waren, hatten sie doch alle ihren ganz eigenen Reiz und Charme.

Botanischer Garten Altenburg

Altenburger Land Botanischer Garten Altenburg

Ein typischer Fabrikantengarten der 20er und 30er Jahre mit  Sommerhaus und Schwimmbecken. Nach Kriegsende ging der Garten im Zuge der Enteignung an die Stadt Altenburg, die ihn aber aus finanziellen Gründen 2002 schließen musste.

Schon 2005 wurde er aber wiedererweckt. Unter der Trägerschaft des „Altenburger Botanischer Erlebnisgarten e.V.“ wurde er auf Vordermann gebracht und im Frühjahr 2006 neu eröffnet. Seit 2008 steht er unter Denkmalschutz.

Altenburger Land Botanischer Garten Altenburg

Die Besichtigung ist kostenlos, eine kleine Spende kann man aber gern am Eingang hinterlassen. Durch den Austausch von Samen mit mehr als 200 Botanischen Gärten weltweit bietet sich eine vielfältige Pflanzenwelt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Kultivierung und Erhalt bedrohter Pflanzen, hauptsächlich seltene Gehölze, Farne und Sukkulenten.

Ein kleines Café im Sommerhaus lädt zum verweilen ein. Derzeit ist es aber nur an den Wochenenden oder zu gelegentlichen Veranstaltungen geöffnet. Wer ein Stück vom Garten mit nach Hause nehmen möchte, kann gegen eine kleine Spende das ein oder andere Pflänzchen erwerben.

Bockwindmühle Lumpzig

Sie ist nicht nur die letzte erhaltene im Altenburger Land, sondern auch eine der beiden ältesten Thüringens. Erbaut wurde die Mühle bereits 1732. Das letzte Mal dort gemahlen wurde 1939. Allerdings wurde bis 1960 noch Getreide gequetscht und geschrotet. Ursprünglich mit Windkraft angetrieben, wurde sie 1946 ans Stromnetz angeschlossen.

Altenburger Land Bockwindmühle Lumpzig2004 übernahm der Verein „Altenburger Bauernhöfe“ die Mühle und das dazugehörige Areal und ist seitdem bemüht das kulturhistorische, bäuerliche Denkmal zu erhalten und den alten Zauber wieder herzustellen. Aktuell wird der Hof, der zur Mühle gehört, restauriert. Demnächst soll es hier traditionelles landwirtschaftliches Handwerk zum anfassen geben, wie mahlen von Getreide und Brot backen mit Sauerteig. Was natürlich keinesfalls fehlen darf ist die traditionelle Herstellung des berühmten Altenburger Ziegenkäses.

Altenburger Land Bockwindmühle LumpzigGrundsätzlich kann die Mühle im Rahmen einer Führung besichtigt werden, da am Tage unserer Anwesenheit aber gerade ein Konzert auf dem Gelände stattfand, gab es auch keine Führungen.

Wenn der Hof fertig restauriert ist komme ich sicher noch einmal wieder um die Führung nachzuholen und zu lernen wie man Ziegenkäse herstellt.

„Resurrektion Aurora“ in Löbichau

Als Begleitprojekt zur Bundesgartenschau 2007 in Ronneburg, verbindet das Areal die Geschichte des Bergbaus mit Kunst und Poesie.

Altenburger Land Förderturm Löbichau Resurrektion Aurora

Als Erinnerung an die Bergbauepoche und eines der modernsten Uranbergwerke der Wismut, fällt als erstes der Föderturm ins Auge. Unter dem Förderturm befinden sich 7 Skulpturen zum Thema „Menschliche Dimensionen“, die die Beziehungen des Menschen zur Natur zeigen. Umgeben von einem Maschendrahtzaun kann man zwar nicht direkt auf das Gelände treten, man sieht aber auch von außen sehr gut.

Altenburger Land Kaiserlindenallee Resurrektion Aurora

Weiter geht’s Richtung Halde Beerwalde über die Kaiserlindenallee. Am Wegesrand findet man hier viele kleine Tafeln mit Poesie großer Dichter. Auf einer Geländeanhebung trifft man dann auf das 12 Meter breite und 16 Meter hohe Standbild „Die friedliche Nutzung der Kernenergie“. Diese typische Beispiel sozialistischer DDR-Kunst zierte einst den Giebel des Wismut Standorts Paitzdorf. 2009 wurde das eingelagerte Bild nachträglich in das Areal eingebracht um das Spektrum bergbaulicher Geschichte zu ergänzen. Differenzen und Diskussionen blieben dabei natürlich nicht aus.

Altenburger Land Die friedliche Nutzung der Kernenergie Resurrektion AuroraWir haben an dieser Stelle unseren Aufenthalt abgebrochen, weil die um uns herum immer dunkler werdenden Wolken nichts Gutes zu verheißen hatten.

Hat man mehr Glück mit dem Wetter oder gar einen Regenschirm dabei, kann man seinen Weg zur Halde fortsetzen. In den Farben rot, gelb, violett und blau hat man hier einen Regenbogen gepflanzt. Um nicht von der Blütezeit abhängig zu sein, wählte man Pflanzen mit entsprechender Blatt- und Stielfarbe.

Altenburger Land Halde Beerwalde Resurrektion Aurora

Die 11 gusseisernen, rostig wirkenden Kegel, die man hier aufgestellt hat, enthalten philosophische Botschaften zur Achtung der Natur. Will man diese lesen, muss man sich hinabbeugen – sich sozusagen vor der Natur neigen und sich ihr zuwenden – die eigentliche Botschaft dieses Projekts. Die Kegel führen als Wegweiser auf das Plateau der Halde, wo ein Stück Natur sich selbst überlassen ist, als „respektiertes Areal“.

Durch das Gebiet der „Resurrektion Aurora“ ziehen sich einige Wege, gut zum wandern oder spazieren. Auch für Radfahrer geeignet, da die Wege befestigt sind.

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