Schloss Rochlitz – Schlösserland Sachsen

Rochlitz liegt am Fuße des Rochlitzer Bergs an der Zwickauer Mulde. Vermutlich am Ende des 11. Jahrhunderts entwickelte sich unterhalb des Schlosses die erste Markt- und Kaufmannssiedlung. Als Stadt das erste Mal erwähnt wird Rochlitz allerdings erst 1336. Während des 2. Weltkrieges erlitt Rochlitz keine Schäden, sodass spätmittelalterliche Bauten und Renaissancehäuser erhalten blieben und das heutige Stadtbild prägen.

 

 

Von Burg Rochlitz zu Schloss Rochlitz

Südwestlich des historischen Stadtkerns befindet sich das Rochlitzer Schloss – unser heutiges Ausflugsziel. Wir parkten unser Auto in Zaßnitz und mussten also noch die Mulde überqueren. Dafür gibt es eine Hängebrücke von der aus man schon einen hervorragenden Blick auf Schloss Rochlitz hat. Sofort ins Auge stechen die zwei Türme. Wie schon auf Schloss Wildeck haben auch diese Beiden einen Namen: „Finstere Jupe“ und „Lichte Jupe“. Jupe bedeutet nichts anderes als Damenrock. Damit ist wohl die Form der Dächer gemeint.

 

 

Entstanden ist die Burg vermutlich Mitte des 10. Jahrhunderts als Reichsburg Rochlitz. Als Markgraf Gunzelin sie 1009 abbrannte fand sie auch erstmals urkundliche Erwähnung. 1143 fiel sie in die Hände der Wettiner und ist auch stark mit deren Aufstieg verbunden. Ende des 14. Jahrhunderts baute Markgraf Wilhelm I. die Burg zu seinem ständigen Wohnsitz aus. Seitdem gilt Burg Rochlitz als Schloss. Elisabeth von Hessen machte Schloss Rochlitz zu ihrem Witwensitz. Von hier aus führte sie, allen Widersachern zum Trotz, die Reformation in Rochlitz ein. Eine erneute große Bauphase gab es am Ende des 16. Jahrhunderts. Kurfürst Christian I. baute um zum Jagdschloss. Im Zeitalter des Barocks wurde es still um Rochlitz. Die Vorstellungen herrschaftlichen Wohnens gingen zu dieser Zeit in eine andere Richtung.

 

Vom Schloss zum Museum

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten erneute Baumaßnahmen. Grund dafür war die geplante Nutzung als Bezirks- und Amtsgericht. Archiv, Gerichtssitz, zwischendurch auch Haftanstalt blieb es bis zur Wiedervereinigung. Zeitweise fand Schloss Rochlitz in der DDR auch Verwendung als Kreismusikschule und Kinderhort.

Als der Freistaat Sachsen das Schloss 1995 übernahm folgten erneut Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Schloss Rochlitz fand somit seinen heutigen Verwendungszweck als Museum. Die herrschaftlichen Wohn- und Repräsentationsräume sowie der Südflügel sind der Öffentlichkeit zugänglich und können für 5,00 € Eintritt bestaunt werden.

Trotz der vielen Bau- und Umbaumaßnahmen hat sich das Schloss seit dem 14./15. Jahrhundert äußerlich kaum verändert.

 

 

St. Petrikirche

Direkt am Schloss finden wir auch eine der beiden evangelisch-lutherischen Stadtkirchen. Ursprünglich war sie als Kirche für den Burgward gedacht. Als die Stadt sich entwickelte machte man St. Petri zur Pfarrkirche. Ihre erste urkundliche Erwähnung fand sie 1168. Wie vielen romanischen Kirchen ereilte auch St. Petri das Schicksal des Umbaus zur gothischen Hallenkirche im Jahre 1470.

 

 

Schlossmühle

Bereits 1288 wurde die Wassermühle unterhalb des Schlosses erwähnt. Wahrscheinlich hat man sie aber schon früher gebaut. Bis 1994 war sie noch in Betrieb, dann stellte man den Mahlbetrieb ein. Mittels Fallrohrturbinen nutzte man sie seitdem zur Stromgewinnung – bis heute. Das zur Mühle gehörende Wohnhaus wird heute als Wohngebäude genutzt. Im Laufe der Jahre erhielt es neogothischen Stil und einen dieser wunderschönen Staffelgiebel.

 

 

St. Kunigunde – Kunigundenkirche

Hat man nach dem Schlossbesuch noch Zeit und Lust, lohnt sich auch in Rochlitz ein Stadtrundgang. Zum Beispiel zur zweiten Stadtkriche, ebenfalls evangelisch-lutherisch, in der Rochlitzer Altstadt. Ihren Namen Kunigundenkirche erhielt sie von der Heiligen Kunigunde. Kunigunde war die Frau des heiligen Kaisers Heinrich II. Heilig gesprochen wurde Kunigunde 1200. St. Kunigunde ist berühmt für ihren reich verzierten Chor und die Fassade des südlichen Seitenschiffes. Auch diese Kirche war ursprünglich romanisch und wurde 1470 zur spätgothischen Hallenkirch umgebaut.

 

 

Pilgerweg im Rochlitzer Muldental – Im Land des Roten Porphyrs

Wer lieber wandern möchte, kann ein Stück der Via Porphyria entdecken. Die Via Porphyria ist eigentlich ein 200 km langer Rundweg der durch Mulden- und Chemnitztal sowie Kohrener Land und Leipziger Südraum führt. Seinen Namen hat der Pilgerweg vom Rochlitzer Porphyrtuff oder kurz Rochlitzer Porphyr. Dabei handelt es sich um vulkanisches Gestein, dass nur hier am Rochlitzer Berg gibt. Die Steine sind meist rot, es gibt sie aber auch in bräunlich-gelb. Auf jeden Fall sind sie einzigartig und prägen schon seit Jahrhunderten die Architektur in Mittel- und Westsachsen. Mehr Infos zur Streckenverlauf der Via Porphyria gibt es bei wanderkompass.de

 

 

 

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