Von Wernigerode nach Elbingerode – wandern im Harz

Mit wandern im Harz kann man vermutlich mehrere Wochen verbringen und hat immer noch nicht alle Wege abgelaufen. Neben den vielen bekannte Wanderwegen, wie dem Harzer Hexenstieg, dem Heinrich-Heine-Weg oder dem Goetheweg, gibt es unzählige weitere mehr oder weniger bekannte Wege. Das Wanderwegenetz im Harz umfasst 8.000 km und ist sehr gut beschildert. Verlaufen ist also schwierig, in meinem Fall aber durchaus möglich.

Von meiner Pensionswirtin im Haus Andrea erhielt ich einige Tipps für geeignete Ziele. Am ersten Tag suchte ich mir somit den Arme-Leute-Berg in Wernigerode als Ziel aus.

 

Los gehts!

Die Tour begann direkt vor der Haustür der Pension am Kreuzberg und wurde schon nach einigen Metern durch einen umgefallenen Baum versperrt. Hier hieß es also dann erstmal klettern und das Hindernis überwinden. Dem Weg weiter folgend, immer oberhalb des Zillierbaches, kam ich recht bald an eine Gabelung. Dort ist der Arme-Leute-Berg auf dem Pisseckenweg ausgeschildert (Nein, der Name kommt nicht davon). Mir wurde aber geraten diesen Weg nicht zu nehmen, da ich ja nicht schon kurz nach dem Start am geplanten Ziel ankommen wollte. Ich wählte also den unteren bzw. linken Weg um meine Wanderung auszudehnen.

 

 

Folge dem Bachlauf!

Ich folgte also weiter dem Bachlauf, mit dem ich mich bald auch auf gleicher Höhe befand. Die ersten Kilometer hat man auch noch die Straße in Höhrweite. Diese macht später aber einen Knick nach rechts, weg von der Straße und man hört dann auch keine Autos mehr. Der Weg führte mich irgendwann zu einem Wanderparkplatz. Hier hat man mehrere Möglichkeiten seinen Weg fortzusetzen. Eine große Karte verschafft einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten. Ich musste mich nun entscheiden, ob ich an diesem Punkt den Weg zum ursprünglich geplanten Ziel wähle oder meine Wanderung weiter ausdehne. Ein Blick auf die Uhr machte mir diese Entscheidung leicht. Ich beschloss weiter zur Zillierbachtalsperre zu wandern.

 

 

Zur Talsperre

Vom Parkplatz weg, ging es über eine kleine Brücke und weiter auf der anderen Seite des Zillierbaches. Bis zur Talsperre folgte ich nun dem Bachlauf durch den Wald. Abgesehen vom einem Radfahrer begegnete ich lange keinem Menschen und konnte so meinen Gedanken nachhängen und die Waldgeräusche genießen. Irgendwann fuhren 2 Autos an mir vorbei. Vermutlich Mitarbeiter der Talsperre. Ich musste also fast da sein. Und war es dann auch. Zeit für eine kleine Pause. Auch hier war ich wieder fast allein. Lediglich 2 Pärchen liefen an mir vorbei.

Die Zillierbachtalsperre liegt mitten im Wald und ist für Nicht-Talsperren-Mitarbeiter nur zu Fuß zu erreichen. Angestaut wird hier, ihr ahnt es vielleicht schon, der Zillierbach. Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung.

 

 

Wohin jetzt?

Erneut stand ich nun vor der Entscheidung welchen Weg ich nehmen soll – zurück zum Arme-Leute-Berg oder weiter laufen? Auf den Wegweisern las ich, dass es bis Elbingerode nur noch 3 km sind. Dort hatte ich als Kind jedes Jahr zwei Wochen Urlaub verbracht. Da Elbingerode als einziges Ausflugsziel ganz fest auf meiner Liste stand, entschied ich mich an dieser Stelle um. Den Arme-Leute-Berg kann ich auch ein anderes Mal besuchen, jetzt geht es erstmal Kindheitserinnerungen auffrischen.

 

 

Auf zum neuen Ziel

Um Richtung Elbingerode zu gelangen musste ich erstmal die Staumauer überqueren. Direkt hinter der Mauer links befindet sich ein Aussichtspunkt – vom Peterstein hat man eine schöne Aussicht auf Talsperre und Staumauer. Nach einiger Zeit traf ich auf die Gebäude der alten Forstverwaltung. An dieser Stelle hielt ich mich rechts. Bald gelangte ich zum Waldrand und konnte in der Ferne bereits Elbingerode erblicken. Hier gab es nun zwei Möglichkeiten in den Ort zu gelangen. Der Weg über die Felder oder am Waldrand entlang. Ich wählte letzteren und erreichte nach einiger Zeit das Willkommens-Schild am Ortseingang.

 

 

Kindheitserinnerungen

Zufällig wählte ich dann wohl den richtigen Weg in den Ort und bemerkte bald, dass mir hier tatsächlich einiges bekannt vorkam. Ohne suchen zu müssen, fand ich schnell den Platz wo unser kleines Ferienhäuschen stand. Erstaunlicherweise hatte sich hier nicht viel verändert. Es sah alles noch genau so aus, wie vor gut 30 Jahren, als ich das letzte Mal hier war. Allerdings alles etwas aufgehübscht und saniert. Gleich in der Nähe liegt die Schlossruine mit Schlosspark. Hier, erinnerte ich mich, habe ich früher gern mit den Kindern der Umgebung gespielt. Vom Schloss selbst gibt es heute noch einige Ruinenreste und die recht gut erhaltenen Schlossmauern. Bereits 1753 brannte das Schloss bei einem Stadtbrand bis auf die Grundmauern nieder und wurde danach nicht wieder aufgebaut. Im Schlosspark blieb ich noch ein wenig sitzen bevor ich Richtung Markt lief.

 

 

Rückweg

Da Elbingerode jetzt nicht direkt die Stadt der Sehenswürdigkeiten ist, nahm ich den nächsten Bus zurück nach Wernigerode. Da es noch nicht sehr spät war, stieg ich in der Nähe des Wildparks Christianental aus. Mit einem ausgiebigen Spaziergang durch den Park beendete ich den Tag. Dazu aber mehr in einem anderen Bericht.

Die Strecke von Elbingerode nach Wernigerode über die Zillierbachtalsperre umfasste ungefähr 11-12 km. Es gab nur wenige leichte Anstiege und war somit nicht sonderlich schwierig. Eignet sich also auch für wenig geübte Wandersleut. Dass man kaum Menschen begegnet und die Wege sehr gut ausgeschildert sind hat mir sehr gefallen.

 

 

Weil ich hier das erste Mal allein auf Reisen war, hatte ich die Freiheit meine Wanderroute unterwegs spontan anders zu gestalten. Bei dieser ersten Wanderung habe ich das voll ausgekostet.

 

 

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Welche schönen Wanderrouten könnt ihr empfehlen? Gibt es eine, die euch besonders gefällt?

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6 Gedanken zu „Von Wernigerode nach Elbingerode – wandern im Harz

  1. Dein Bericht weckt Erinnerungen an meine Schulzeit wach. Früher führten die Klassenreisen in den Harz und nicht nach New York. 😂😂😂
    Wir waren im Schullandheim Sankt Andreasberg.
    Lieben Gruß
    Ewald

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