Rund um den Agnesberg – Wandern im Harz

Oberhalb des Wernigeroder Schlosses, westlich der Altstadt befindet sich der Agnesberg. Mit 395 Metern ist er der höchste Punkt im Waldgebiet rund um das Schloss. Ein Besuch hier lässt sich perfekt mit einer Besichtigung des Schlosses und einer Wanderung verbinden.

Das Schloss

Anfang des 12. Jahrhunderts wurde erstmals eine Burganlage über Wernigerode gebaut. Diese Anlage wurde von deutschen Kaisern bei Jagdausflügen genutzt. Im Laufe der Jahrhunderte baute man mehrfach um und an. Eine Erweiterung fand im 15. Jahrhundert im spätgothischen Stil statt. Im 16. Jahrhundert baute man zur Renaissancefestung um, ein Jahrhundert später dann zum romantischen Residenzschloss.

 

 

Seit 1930 kann das Schloss teilweise von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Es sind knapp 50 Räume zu zugänglich. Zum Schloss gehören drei Garten- und Parkanlagen – Lustgarten, Tiergarten und Terrassengärten. Auf dem Gelände gibt es auch Ferienzimmer zu mieten. 2 Restaurants bzw. Cafés sowie kleine Lädchen ergänzen das Angebot. Interessant für Kinder: die Hexenuhr. Zur vollen Stunde kommt sie aus ihrem Türchen und sagt das Hexen-Einmaleins auf.

 

 

Hinter dem SchloßCafé führt eine Treppe hinunter zum Wanderwegnetz. Von da aus gelangt man auf den Agnesberg. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf das Schloss und über die Stadt Wernigerode.

 

Wandern um den Agnesberg

Mehrere Wanderwege führen rund um den Agnesberg. Ich entschied mich Richtung Annaweg zu gehen. Auch hier begegnete mir nur wenige Menschen. Dem Weg folgend gelangte ich zum ‚Schönen Eichenplatz‘. Von hier kann man rechts abbiegen und landet wieder im Wildpark Christianental. Geht man recht gelangt man auf verschiedenen Wegen zum Lustgarten und somit zurück in die Altstadt. Ich lief aber weiter geradeaus. Vorbei an der ‚Falkenbank‘ bis zum ‚Gebrannten Eichental‘. Auch hier wieder eine größere Wegkreuzung mit mehreren Möglichkeiten den Weg fortzusetzen – Richtung Christianental nach rechts oder Richtung Altstadt nach links. Ich hingegen entschied mich für den einzigen Weg, der nicht beschriftet war. Warum genau, weiß ich nicht mehr.

 

 

Wo bin ich?

Ich lief also nun und hatte keine Ahnung wohin. Seit einer gefühlten Ewigkeit gab es keinen Abzweig mehr und ich hatte keinen Wegweiser gesehen. Irgendwann kreuzte dann endlich ein Weg. Da ich nicht wusste, wo ich mich gerade befand, konnte ich nicht einschätzen ob rechts oder links die bessere Wahl ist. Eine Wegbeschilderung wäre hier wirklich sehr hilfreich gewesen. Ich entschied mich für links. Zur Sicherheit befragte ich dann doch mal die Maps-App meines Handys. Die Karte zeigte den Punkt, der mich darstellte irgendwo im Nichts und etwas weiter unten war der Annaweg zu sehen. Als ich los lief entfernte sich mein Punkt vom Annaweg. Also umkehren und weiter in die andere Richtung. Nach ein paar hundert Metern stand ich endlich auch wieder vor einem Wegweiser – 2 Kilometer bis Christianental, bis zur „Zivilisation“. Prima.

 

 

Es raschelt im Gebüsch

Ausgerechnet jetzt raschelte es im Wald neben mir, begleitet von einem Geräusch (ich bilde mir ein, es war irgendwas zwischen grunzen und quieken). Ok, ignorier das! Da war es schon wieder. Ich hatte mich so erschrocken, dass ich meinen Schritt ein ganzes Stück beschleunigte. So schnell bin ich wohl noch nie 2 Kilometer gelaufen. Glücklicherweise ging es auch noch bergab. Ich war schon recht froh als ich dann das erste Gehege des Wildparks in einiger Entfernung erblickte. Dort ließ ich mich auch zum Abschluss dieses Tages nahe des Wildschwein-Geheges auf einer Bank nieder. Ich beobachtete die Schweinchen-Familien und genoss die letzten Sonnenstrahlen.

 

 

Der Schreck ließ mich doch tatsächlich denken: Nie wieder geh ich allein in den Wald! Nun ja, was soll ich sagen? Bereits am nächsten Tag konnte man mich, den Gedanken vom Vortag ignorierend, im Wald rund um die Teufelsmauer erleben – allein.

 

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Wo geht ihr gern wandern? Habt ihr Empfehlungen?

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10 Gedanken zu „Rund um den Agnesberg – Wandern im Harz

  1. Hi hi, ein ähnliches Erlebnis hatte ich im Hunsrück mit Wildschweinen, die waren aber tatsächlich da, eine ganze Rotte den Hang hinauf, auf dem Weg zu mir. Lautes Gezeter meinerseits ließ sie dann tatsächlich den Rückzug antreten. Puh, das war Panik auslösend. Wildschweine, die dicht neben mir plötzlich das Weite suchen, erlebe ich ja öftern aber eine ganze Rotte?

    Du hast sehr nett geschrieben, macht Spaß zu lesen. Da ich sicher in 1-2 Jahren wieder im Harz landen werde, verfolge ich Dein wanderisches Treiben mal weiterhin 😉

    LG Elke

    1. Ach du Schreck! Ich kann mir die Panik gut vorstellen. Da war mein Erlebnis ja harmlos! 😉
      In meinem Fall war zum Glück auch weit und breit nichts zu sehen. Etwas komisch war mir trotzdem..

      Vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich natürlich sehr, wenn es gefällt. 😊
      Gerade habe ich über die Teufelsmauer geschrieben. Das gibt es dann bald zu lesen. Darüber bin ich übrigens auch auf deinem Blog gelandet.. auf der Suche nach weiteren Beiträgen, die ich dann eventuell verlinken kann!?

      LG Carina

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