Spielzeugdorf Seiffen

Am schönsten ist Seiffen zur Weihnachtszeit. Man hat das Gefühl in einem Weihnachtswunderland zu sein. Der ganze Ort erstrahlt in weihnachtlichem Glanz und der Ortskern wird zum Weihnachtsmarkt. Überall kleine Läden und Werkstätten mit erzgebirgischer Holzkunst. Die Gebäude sind übrigens das ganze Jahr über geschmückt und beleuchtet.

Ein Besuch in Seiffen im sächsischen Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze lohnt sich immer. Wir waren da um dem Weihnachtsmarkt einen Besuch abzustatten. Die Beitragsbilder sind daher auch ausschließlich winterlich-weihnachtlich.

Der Weihnachtsmarkt

Er ist wohl das Ereignis, welches jährlich die meisten Besucher anzieht. Die ganze Adventszeit wird dafür der Ortskern gesperrt. Ein Parkplatz befindet sich etwas oberhalb vom Ort und kostete im Dezember 2017 5 € für den Tag. Man muss dann noch ein paar Meter zu Fuß zurück legen um zum Weihnachtsmarkt zu gelangen. Bereits an den Zufahrtsstraßen wird man eingewiesen, falsch fahren kann man also nicht.

Wie bereits erwähnt erstreckt sich der Markt über den gesamten Ortskern, also mehrere hundert Meter. Man schlendert zwischen den verschiedenen Buden umher und es duftet nach Weihnachten. Vorbei an den unzähligen kleinen Läden mit traditioneller Weihnachtsdekoration und riesigen Pyramiden und Bergmännern kommt man spätestens jetzt in Weihnachtsstimmung.

 

 

Die vielen Menschen, die den Seiffener Weihnachtsmarkt jedes Jahr besuchen, fallen dabei gar nicht auf. Durch die Verteilung des Marktes, verteilen sich auch die Menschenmassen. Es bleibt also trotzdem entspannt und gemütlich. Nur in den manchmal wirklich winzigen Läden kann es gelegentlich etwas eng werden.

Als absolutes Highlight gilt der jährliche Festumzug mit der Kindertrachtengruppe „Lebendiges Spielzeug“ zur Eröffnung am Samstag vor dem 1. Advent . Ich habe das bisher leider noch nicht live gesehen. Ein weiterer Höhepunkt ist die Bergparade am Samstag vor dem 3. Advent. Früher dienten die Festmärsche der Bergmänner der Huldigung des Landesherrn zu besonderen Anlässen. Heute sind sie fester Bestandteil der erzgebirgischen Weihnachtstradition und auf vielen Weihnachtsmärkten in der Region zu finden. Auch in Chemnitz gibt es eine.

 

 

Das Mekka erzgebirgischer Holzkunst

Bekannt ist Seiffen für seine zahlreichen Schauwerkstätten der Spielzeugmacher. In nahezu jedem Haus befindet sich eine kleine Werkstatt. Da liegt es nahe, dass sich auch die Berufsschule für Holzspielzeugmacher- und Drechsler in Seiffen befindet, die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Deutschland.

lustige Elche im Weihnachtsdorf

 

Entwickelt hat sich diese Kunstform in Zeiten des rückläufigen Bergbaus. Es mussten neue Einnahmequellen geschaffen werden. Für landwirtschaftliche Arbeit ist das Erzgebirge eher weniger geeignet. Die zahlreichen Wälder legten aber die Holzverarbeitung nahe. Anfangs stellte man Gebrauchsgegenstände wie Teller oder auch Holzlöffel her. Daher kommt wohl auch der Begriff „Löffelschnitzer“, der hier gern für einen Erzgebirgler gebraucht wird. Bald schon stellte man auch die ersten Spielzeuge und typischen Figuren wie Engel, Bergmänner und Pyramiden her.

Wer sich gern selbst einmal in der Herstellung traditioneller erzgebirgischer Holzkunst versuchen möchte, kann in Seiffen entsprechende Kurse besuchen. Für Interessierte gibt es in den Ferien Drechsel-, Schnitz- und Malkurse an der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule. Mehr Informationen dazu findet ihr auf der Seite des Verbands erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller.

Der Kurort Seiffen

Seit 1956 ist Seiffen anerkannter Kurort. Mehrere Millionen Menschen kommen jedes Jahr um sich verzaubern zu lassen, nicht nur zur Weihnachtszeit. Kleine spitzgiebelige Häuser ehemaliger Bergleute und ein Rathaus in Form eines Grubengebäudes prägen das Ortsbild. Oberhalb des Ortskerns auf  thront die kleine barocke Bergkirche mit achteckigem Grundriss. Mittlerweile ist sie wohl weltweit bekannt. Auch deshalb, weil sie oft als Motiv für den erzgebirgischen Weihnachtsschmuck dient.

Eingebettet im Tal zwischen Schwartenberg (787 m) und Ahornberg (795 m) bietet sich Seiffen als Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen ins umliegende Erzgebirge an. So führen zum Beispiel gleich mehrere Fernwanderwege durch Seiffen: der Europäische Fernwanderweg E3, der Bergwanderweg Eisenach – Budapest und der Wanderweg der deutschen Einheit von Görlitz nach Aachen. Zusätzlich gibt es natürlich ein regionales Wandernetz und auch auf alten Bergbausteigen kann man die Gegend erkunden.

 

 

Wintersportfreunde kommen selbstverständlich auch auf ihre Kosten. Skifahren am Reicheltberg, Langlauf auf einer der zahlreichen Loipen rund um Seiffen oder Eislaufen ist im Winter bei entsprechendem Schnee möglich. Für die wärmeren Jahreszeiten gibt es übrigens eine 733 m lange Sommerrodelbahn mit mehreren Steilkurven.

Geschichtliches zur Bergbautradition gibt es im Bergbaumuseum. Das Freilichtmuseum sollte man besuchen, wenn man an historischen Bauwerken und Werkstätten interessiert ist. Selbstverständlich steht auch hier die Spielzeugherstellung im Mittelpunkt. Wer dann immer noch nicht genug hat, geht einfach ins Spielzeugmuseum.

 

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Alles in allem ist Seiffen ein Ort, der nicht nur Kinderaugen strahlen lässt. Hier kommt jeder auf seine Kosten!

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5 Gedanken zu „Spielzeugdorf Seiffen

    1. Freut mich zu hören, dass das Erzgebirge bereits auf eurer Liste steht. 😊
      Die meisten sind ganz hübsch, ja. Aber die Landschaft drum herum sollte man auch nicht außer acht lassen. 😉
      Liebe Grüße, Carina

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