Schloss Augustusburg – Schlösser- und Burgenland Sachsen

Unser letzter Ausflug des Jahres 2017 führte uns am 31.12. nach Augustusburg. Die kleine Stadt liegt etwa 15 km östlich von Chemnitz zwischen Zschopau- und Flöhatal auf einem Höhenrücken. Mit 516 Metern ist der Schellenberg hier der höchste Punkt. Darauf thront, schon von Weitem sichtbar, das Schloss Augustusburg.

Unterhalb des Schlosses befindet sich ein kostenpflichtiger Parkplatz. Von da begannen wir den kurzen Aufstieg. Es ist wohl auch möglich weiter oben am Schloss zu parken aber meiner Meinung nach gehört der Aufstieg zu einem Schloss- oder Burgbesuch einfach dazu.

Ein wenig Geschichte

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde bereits an selber Stelle die Burganlage zu Schellenberg errichtet. Erste urkundliche Erwähnung des Ortes Schellenberg am Fuße der damaligen Burg lassen sich 1206 nachweisen. Im 16. Jahrhundert wurde Burg Schellenberg durch Blitzschlag und Brand stark beschädigt.

Kurfürst August von Sachsen I. ließ sich daraufhin hier ein Jagd- und Lustschloss errichten. 1568 beauftragte er Hieronymus Lotter, Bauherr vieler landesherrlicher Bauten in Sachsen, mit dem Neubau. Bereits 4 Jahre später war das neue Schloss fertiggestellt.

Kurfürst August, der sich selbst Augustus nannte, gab dem neuen Prunkbau seinen Namen. Seit 1575 ist das Schloss als Augustusburg bekannt. 1899 benannte man schließlich auch den Ort Schellenberg in Augustuburg um.

Das Schloss Augustusburg

Das Schloss besteht aus vier Eckgebäuden, die durch die Schlosskapelle und 3 weitere Zwischenflügel verbunden werden und einen Innenhof säumen. Auf der Nordseite befindet sich das Torhaus. Südlich des Schlosses sind Wirtschaftsgebäude und Brunnenhaus angelegt. Die Wirtschaftsgebäude waren einst dreiseitig, heute stehen nur noch zwei Flügel. Eine gemauerte Umfriedung umgibt Teile der Schlossanlage.

Die Anlage beherbergt heute mehrere Museen und eine Jugendherberge. Im Schloss Augustusburg befindet sich unter Anderem Europas größtes Motorradmuseum. Da wundert es nicht, dass sich zum jährlichen Wintertreffen regelmäßig eine große Anzahl Biker auf Schloss Augustusburg versammelt. Das Treffen findet seit 1970 jedes Jahr im Januar statt.

Weiterhin gibt es Ausstellungen zur Jagdtier- und Vogelkunde sowie zur Kutschen-, Jagd- und Schlossgeschichte. Wechselnde Sonderausstellung ergänzen das Kulturprogramm. Der sächsische Adler- und Jagdfalkenhof ist ebenfalls auf Schloss Augustusburg ansässig. Von März bis Oktober finden regelmäßig Vorführungen statt. Besucht man die Schlosskapelle, sollte man einen Blick auf Altar und Kanzel werfen. Kurfürst August gab diese bei Lucas Cranach dem Jüngeren in Auftrag. Beide erstrahlen seit 2015, nach siebenjährigen Restaurationsarbeiten, in neuem alten Glanz.

Die Stadt Augustusburg

Das Bild der kleinen Stadt wird natürlich in erster Linie geprägt vom Schloss Augustusburg. Daneben rückt die Stadtkirche St. Petri in Vordergrund. Die erste Weihe fand 1444 statt. Mehrfach brannte sie ab und wurde wieder aufgebaut. Heute gehört St. Petri genauso ins Altstadtbild wie das Schloss.

1911 stieg die touristische Bedeutung der Stadt Augustusburg mit dem Bau der Drahtseilbahn weiter an. Es handelt sich dabei um eine Standseilbahn, d. h. sie schwebt nicht in der Luft sondern ist auf Schienen unterwegs. Mit einer Geschwindigkeit von 11 km/h gelangt man so in nur 8 Minuten vom Tal in Erdmannsdorf nach Augustusburg. Auf dieser 1240 Meter langen Strecke überwindet sie dabei 186 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 20,1 %, durchschnittlich sind es 13,5 %.

Schloss Augustusburg wird zusammen mit Burg Scharfenstein und Schloss & Park Lichtenwalde als „Die Sehenswerten Drei“ vermarktet – zurecht, wie ich finde. Alle drei sind auf jeden Fall einen Besuch wert!

Zudem ist das Schloss Augustusburg eine ausgewählte Stätte für die Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge. Die sanierte Innenstadt Augustusburgs steht bereits jetzt unter Denkmalschutz.

 

 

 

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2 Gedanken zu „Schloss Augustusburg – Schlösser- und Burgenland Sachsen

  1. Oh ja wie oft war ich da in meiner Kindheit,war immer ein klassisches Wochenendhaus Kursziel.Dann noch ein Motorradverrückten Bruder u.Vater.

    LG aus Norwegen
    Ina

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