Ein Besuch im Kloster Wechselburg

Etwa 25 km nördlich von Chemnitz im Tal der Zwickauer Mulde am Fuße des Rochlitzer Berges liegt Wechselburg. In diesem mittelsächsischen Ort, etwas versteckt zwischen Bäumen, befindet sich das Benediktiner-Kloster Wechselburg. Mittelpunkt der Anlage ist die Basilika aus dem 12. Jahrhundert.

Das Kloster Wechselburg haben wir vor zwei Jahren schon einmal besucht. Mir hat die Anlage damals schon sehr gut gefallen. Ein Grund also, um dem Kloster erneut einen Besuch abzustatten.

Das Kloster

1168 gründete Dedo von Rochlitz-Greutzsch das Kloster. Ab 1174 lebte man hier nach den Regeln des Heiligen Augustinus. Bereits 1278 wurde das Kloster wegen Unruhen aufgegeben. Man übergab die Anlage an den deutschen Ritterorden, der es bis Mitte des 16. Jahrhunderts weiterführte. Herzog Moritz von Sachsen gelangte 1543 in den Besitz des Klosters und führte es umgehend einem weltlichen Zwecke zu. Bei den Herren von Schönburg tauschte er das ehemalige Kloster gegen die Orte Hohnstein, Wehlen und Lohmen in der heutigen sächsischen Schweiz ein. In die Tauschurkunde wurde dann erstmals der Name Wechselburg eingetragen. Bis dahin kannte man das Klsoter unter dem Namen Zschillen.

 

 

Die Herren von Schönburg ließen auf ihrem neuen Besitz eine Barockschloss errichten. Die alte Klosterkirche diente als Schlosskapelle. Bis 1945 blieben sie im Besitz des Anwesens, danach folgte die Enteignung.

Seit 1993 ist Wechselburg wieder Kloster und gehört zur Abtei Ettal. Die hier lebenden Mönche betreiben ein Jugend- und Familienhaus, in dem auch übernachtet werden kann.

 

 

Die Basilika

Für den Bau der spätromanischen, kreuzförmigen Pfeilerbasilika nutze man Rochlitzer Porphyr. Im 15. Jahrhundert wurde in die Flachdecke der Basilika ein gotisches Gewölbe eingezogen. Das wertvollste Ausstattungsstück der Basilika ist der Lettner. Der Lettner ist die Abtrennung, die den Raum für die Mönche vom restlichen Kirchenraum trennt. Auch hier verwendete man Rochlitzer Porphyr. Übersät mit zahlreichen Szenen aus der Bibel, steht der Lettner heute wieder an seinem Platz. 1863 zerlegte man ihn nämlich und nutzte einen Teil als Kanzel bzw. als Altaraufbau. Erst 1971 fügte man ihn wieder zusammen. Das ursprüngliche Gestein war zum Glück zum großen Teil erhalten, fehlende Stücke ergänzte man mit eingefärbtem Kalkstuck.

 

 

Die Parkanlage

Kloster Wechselburg ist umgeben von einem Park. Die Parkanlage im Stil eines englischen Landschaftsparks wurde im 19. Jahrhundert von den Herren von Schönburg angelegt. Die Ruhe und Idylle der Klosteranlage setzen sich im Park fort und laden zu langen Spaziergängen ein. Unter zum Teil sehr alten Bäumen kann man auf den verschlungenen Wegen bis hinunter zur Zwickauer Mulde gehen und ein Stück am Wasser entlang laufen. Die Bäume sind nicht nur alt, einige bis zu 200 Jahre, sondern teilweise auch selten. So findet man zum Beispiel Tulpenbaum, Trompetenbaum oder Kuchenbaum auf der 18 ha großen Parkanlage. Der Park steht heute unter Natur- und Denkmalschutz.

 

 

Auch im Park findet man die Lourdes-Grotte mit dem Marienstandbild, die jedes Jahr zahlreiche Pilger anzieht.

Es besteht die Möglichkeit eine geführte Tour durch den Park zu buchen. Mehr Informationen dazu hat die Touristen-Information „Rochlitzer Muldental“. Im Sommer finden außerdem regelmäßig öffentliche Sonntags-Führungen statt.

 

 

Welches Kloster habt ihr schon besucht? Könnt ihr eins empfehlen?

 

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5 Kommentare zu „Ein Besuch im Kloster Wechselburg“

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