Whale watching in Húsavik – Islands Walzentrum

Húsavik ist ein bezaubernder kleiner Fischerort im Nordosten Islands nicht weit vom Mývatn-Gebiet. Sehenswert ist hier die Holzkirche. Das Holz importierte man eigens dafür aus Norwegen. 1907 weihte man die Kirche ein.

Was nur wenige wissen: 1965 und 1967 kamen Astronauten der Apollo-Mission hierher zum trainieren. Island ist mit seiner kargen Vegetation und den skurrilen Vulkanlandschaften wohl die mondähnlichste Gegend der Erde. Über das Verlangen des Menschen Grenzen zu überschreiten – ob Ozeane, Wüsten, Berge oder eben den Mond – erfährt man mehr im „Exploration Museum„. Eintritt zahlt man am Ende seines Rundgangs soviel man möchte und trägt so zur Erweiterung des Museums bei.

Ein weiteres interessantes Museum in Húsavik ist das Walmuseum. Informationen zur Biologie der Wale und ihrer Bedrohung sowie zur Geschichte des Walfangs und der Walbeobachtung erhält man hier. Letzteres ist dann auch der eigentliche Grund warum man nach Húsavik kommt: um Wale zu sehen! Dafür gibt es zwar an mehreren Stellen rund um Island die Möglichkeit, aber hier, in Húsavik, sind die Erfolgschancen wohl am größten. Auf der Insel Hrísey im Eyjafjördur konnten wir übrigens auch Wale vom Land aus beobachten. Ein Feldstecher ist dabei aber empfehlenswert.

 

 

Whale watching in Húsavik

Im Hafen gibt es einige Anbieter für whale watching. Man hat also die Qual der Wahl. Unsere Wahl fiel auf North Sailing. Aber nur, weil in den Unterlagen unseres Reiseveranstalters ein Gutschein für diesen Anbieter lag.

Bevor wir auf das Schiff durften erhielten wir noch eine kurze Einweisung und bekamen die Möglichkeit uns wetter- und wasserfeste Anzüge über zuziehen. Auf See wehte uns ein eisiger Wind um die Nase und ich war froh einen dieser Islandpullover mein Eigen nennen zu können. Unglaublich wie warm diese Teile halten! Zwar hatten wir Sommer aber zum Nordpolarkreis ist es hier nicht mehr weit. Also unbedingt warm anziehen!

 

 

Wir bestiegen nun endlich unseren 1946 in Dänemark gebauten und 2010 restaurierten Fischkutter und begaben uns auf eine 3-stündige Schifffahrt in den Fjord. Während der Fahrt informierte uns ein Teammitglied darüber was uns erwartet. Wir erhielten Informationen zu den Walarten die im Fjord gesichtet werden können und deren Nahrungsgewohnheiten. Außerdem erklärte man uns, wie man einen Wal in der Ferne erkennt. Zum einen sind größere Vogelschwärme ein gutes Zeichen zum anderen sieht man häufig die Walblasen, wenn der Wal beim auftauchen verbrauchte Luft ausstößt. Danach hielten wir nun alle Ausschau und entdeckten bald schon unseren ersten Buckelwal in der Ferne.

 

 

Im Fjord um Húsavik liegt die Wahrscheinlichkeit für Wahlsichtungen bei weit über 90 %. Es heisst sogar, dass bei 99 % aller Touren Wale gesichtet werden. Und tatsächlich sahen wir an diesem Tag verschiedene Buckelwale, darunter auch eine Mutter mit ihrem schon etwas größeren Kalb. Neben Buckelwalen kann man hier auch Zwergwale, Schweinswale und Delfine beobachten. Wenn man ganz viel Glück hat, trifft man auch auf einen der gewaltigen Blauwale.

Nach gut drei Stunden und überwältigenden Eindrücken ging es nun zurück Richtung Hafen. Und als ob die Eindrücke der letzten Stunden nicht schon überwältigend genug gewesen wären, sahen wir in der Ferne nun auch noch einen Wal springen. Er sprang auch noch als wir mit dem Boot nah genug dran waren, sodass ich davon auch ein Foto machen konnte. Unglaublich!

 

 

Aber irgendwann ist auch eine solche beeindruckende Fahrt einmal zu Ende. Nun doch ein wenig durchgefroren, gab es zum Abschluss für alle noch eine heiße Schokolade und eine Zimtschnecke.

Verantwortungsvolles whale watching

In manchen Ländern sind Walbeobachtungen gesetzlich geregelt, in anderen Ländern nicht. Einige grundsätzliche Regeln sollten aber unbedingt von allen whale watching-Anbietern eingehalten werden. Begrenzung der Dauer der Beobachtung und der Anzahl der Boote, vorsichtiges Annähern und Navigieren, einhalten eines Abstandes und unnötigen Lärm vermeiden sind nur einige grundlegende Dinge, die es zu beachten gilt. Das man die Tiere nicht streichelt, füttert oder gar seinen Müll über Board ins Meer wirft sollte selbstverständlich sein.

Auch wenn die meisten Wale und besonders auch Delfine oft sehr neugierig in der Nähe eines Bootes bleiben, darf man niemals vergessen, dass es sich um Wildtiere handelt und wir in diesem Moment in ihren Lebensraum eindringen. Ein gewisses Maß an Respekt und Vorsicht sollte da wohl nicht zu viel verlangt sein!

 

 

Ich bin mir nicht sicher, ob Walbeobachtung in Island gesetzlich geregelt ist. Viele Anbieter aber verpflichten sich, diese Regeln einzuhalten. Unserer tat dies meines Erachtens ebenfalls. Nachdem wir ein Stück in den Fjord hinaus gefahren waren und den ersten Wal in der Ferne sichteten, drosselte man ab einem gewissen Abstand das Tempo bzw. blieb ganz stehen um zu sehen wo der Wal als nächstes auftaucht.

Da die neugierigen Säuger, wenn man sie lässt, meist ganz von allein die Boote in Augenschein nehmen, ist es auch völlig unnötig ihnen auf irgendeine Art und Weise hinterher zu jagen. Sie umkreisen die Boote oder tauchen unter ihnen hindurch. Mehrmals tauchte ein und derselbe Wal neben unserem Boot wieder auf. Man hat also ausreichend Gelegenheiten ein Foto zu machen und die Tiere in aller Ruhe zu beobachten. Wenn sie keine Lust mehr haben oder das Interesse verlieren, ziehen sie ihrer Wege und man kann weiter fahren.

 

 

Whale watching ist auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis, dass ich jedem empfehlen kann. Aber bitte unbedingt darauf achten, dass der Waltouren-Anbieter die Regeln einhält.

 

 

Werbung

 

Related Post

4 Gedanken zu „Whale watching in Húsavik – Islands Walzentrum

Kommentar verfassen