Rund um die Talsperre Saidenbach – Wandern im Erzgebirge

Idyllisch liegt sie da. Umgeben von Wald und Wanderwegen in landschaftlich reizvoller Umgebung – die Talsperre Saidenbach. Ein hervorragendes Ausflugsziel für Naturfreunde und diejenigen, die die Stille lieben. Wer gern angelt ist hier auch am richtigen Ort. Sein Auto abstellen kann man im kleinen Örtchen Reifland im Erzgebirge. Von da läuft man nur wenige Minuten bis zur Talsperre Saidenbach.

Wir waren in den letzten Jahren schon öfter dort und haben die Ruhe genossen. Bei unserem letzten Besuch haben wir nun das erste Mal die Talsperre komplett umrundet. Ungefähr 4,5 h braucht man für die gut 17 km lange Strecke. Wir haben ein wenig abgekürzt und so eine halbe Stunde Zeit eingespart. Und das Beste: wir haben dabei kaum einen Menschen getroffen und hatten somit die Natur fast ganz für uns allein.

Zahlen & Fakten

Die Talsperre Saidenbach dient der Trinkwasserversorgung von Chemnitz. Wir befinden uns also in einem Trinkwasserschutzgebiet und verhalten uns auch dementsprechend. Neben Müll entsorgen (das sollte eigentlich nicht erwähnt werden müssen), ist auch Baden und Boot fahren hier nicht erlaubt! Wir trinken dieses Wasser!

Saidenbach gehört zum Talsperrenverbund „Mittleres Erzgebirge“ und ist hier die größte Talsperre. Dazu gehören auch die Talsperren Neunzehnhain I und II sowie die Talsperre Einsiedel. Durch Rohrleitungen, Stollen, Kanäle und natürliche Gewässer sind sie alle miteinander verbunden.

 

 

Der Stausee hat eine maximale Wasseroberfläche von ca. 145 ha und fasst etwa 22 Mio m³ Wasser. Mehrere Bäche werden hier angestaut: Haselbach, Saidenbach, Lippersdorfer Bach und Hölzelbergbach. In Forchheim gibt es eine Vorsperre. Außerdem exisitieren 10 Vorbecken wovon wir einige auf unserer Wanderung überqueren bzw. umgehen.

Die Staumauer der Talsperre Saidenbach baute man zwischen 1929 und 1933 mit Bruchsteinmauerwerk. Sie ist 440 m hoch und 4 m breit. Wollen wir sie überqueren müssen wir 334 m zurücklegen.

Gut zu Wissen!

  • Das Gestein im östlichen Bereich der Talsperre ist eine der wenigen Fundstellen für Diamanten in Deutschland.

  • Im Sediment der Talsperre isolierte man ein Bakterium und gab ihm den Namen Rhodoferax saidenbachensis.

Wo geht es lang?

In welche Richtung wir los laufen spielt keine Rolle. Geht man lieber gegen den Uhrzeigersinn beginnt man indem man über die Staumauer läuft und dann einfach dem Weg folgt.

Wir liefen diesmal mit dem Uhrzeiger. Da ist der Weg etwas versteckt noch vor dem Gelände der Talsperre und vor dem Wegweiser in Form eines kleinen Trampelpfades zu finden. Grund dafür sind aktuelle Bauarbeiten, die den eigentlichen Wanderweg unzugänglich machen. Wir werden erst einmal am Zaun entlang geführt und kommen nach ein paar Metern direkt ans Wasser. Dort bleiben wir auch während der gesamten Wanderung.

 

 

Erwähnt werden muss noch, dass es zwei Wege gibt. Es gibt den einen offiziellen Rad- und Wanderweg um die Talsperre Saidenbach. Dieser Weg führt immer mal wieder etwas vom Wasser weg. Und dann gibt es da noch einen anderen Weg, der die ganze Zeit direkt am Wasser entlang führt. Allerdings führt dieser auch durch den eingezäunten Bereich der beiden Vorbecken Haselbach I und II für Angler. Um hier Zugang zu haben braucht man eigentlich einen Schlüssel, den man bei seinem Anglerverein bekommt.

 

 

Aber erstmal gehen wir offiziell am Wasser entlang und kommen an einigen Vorbecken vorbei, die wir umgehen müssen. Sind wir auf der anderen Seite angekommen gelangen wir zu einer Gabelung.

Hier müssten wir jetzt den Weg linker Hand wählen um auf dem Wanderweg zu bleiben. Gehen wir rechts, stehen wir irgendwann vor dem verschlossen Tor zum Anglerbereich. Hier heißt es dann umkehren. Wer dennoch weiter geht (möglich ist es durchaus), geht zwischen den beiden Haselbach-Vorbecken durch und kommt so auch ans Ziel.

 

 

Kurz vor Ende der Wanderung trifft der Wanderweg noch einmal auf den Nebenweg am Wasser und man kann sich entscheiden, wo man gehen möchte. Nimmt man hier den Weg am Wasser steht man irgendwann erneut vor einem Zaun. Das ist hier aber nicht weiter schlimm, weil man einfach dem Zaun folgend zurück zur Staumauer gehen kann.

Verlaufen kann man sich hier nicht, weil die Anzahl der Wege eben begrenzt ist. Zudem kann man sich gut an der Talsperre Saidenbach orientieren. Welchen Weg man letztendlich nimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Verbotsschilder habe ich keine gesehen. Beide Wege sind auf jeden Fall sehr reizvoll.

Für Angler geeignet

Die Talsperre Saidenbach ist Pachtgewässer des Sächsischen Angelverbandes, also offizielles Angelgewässer. Der aufmerksame Leser hat das sicher schon vermutet. Erforderlich sind lediglich ein gültiger Fischereischein und, sofern man nicht aus Sachsen kommt, eine Gastanglerkarte.

 

 

Da wir uns hier im Trinkwasserschutzgebiet befinden, sind beim Angeln selbstverständlich Regeln nach Trinkwasserschutzverordnung einzuhalten. Das bedeutet, dass Fische nicht angefüttert und keine tierischen Köder verwendet werden dürfen. Wat- und Bootsangeln sind natürlich auch verboten.

Wer hier, in dieser landschaftlich sehr schönen Umgebung, zum Angeln kommt hat die Chance auf See- oder Regenbogenforelle, Karpfen, Schleie, Weißfische, Hecht, Barsch und Zander.

 

 

Wer sich dafür interessiert und eine Angeltour zur Talsperre Saidenbach in Erwägung zieht, kann sich beim Anglerverband Chemnitz über Gastanglerkarten und Preise informieren. Petri Heil!

 

 

 

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4 Kommentare zu „Rund um die Talsperre Saidenbach – Wandern im Erzgebirge“

  1. Da ist dir wieder ein spannender Beticht mit schönen Fotos gelungen. 17km wäre für mich nichts mehr, aber man muss ja auch nicht rundum laufen… 😊😊😊
    Lieben Gruß, Ewald

    1. Vielen Dank! 😊
      Nein, dass muss man nicht. Man kann auch nur ein Stück laufen, eine schöne Stelle suchen und einfach am See sitzen. So haben wir das sonst immer gemacht 😉
      Liebe Grüße, Carina

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