Rundwanderung zum Harrasfelsen – Wandern im Zschopautal

Eine schöne kleine Wanderung im Zschopautal finden wir zwischen Braunsdorf und Frankenberg in Sachsen. Die reizvolle Strecke entlang beider Seiten der Zschopau gestaltet sich als Rundweg und ist mit nur 8 km in gut zwei Stunden machbar. Wenig anspruchsvoll und ohne größere Anstiege ist die Route auch für ungeübte Wanderer einfach zu bewältigen.

Startpunkt ist der Bahnhof im Niederwiesaer Ortsteil Braunsdorf. Die Anreise gestaltet sich recht unkompliziert. Mit der Citybahn C15 von Chemnitz nach Hainichen oder dem Bus 620 in gleiche Richtung gelangt man problemlos hierher. Mit dem Auto kann man ebenfalls direkt am Bahnhof parken.

Flussabwärts – die linke Zschopauseite

Am Bahnhof gehen wir rechts über einen Fußweg hinunter zur Zschopaubrücke und überqueren sie. Vorbei an der Lichtenwalder Schlossmühle über den Mühlgraben biegen wir bald rechts in einen Wanderweg Richtung Frankenberg ein. An dieser Stelle befindet sich heute auch das Harrasdenkmal. Ursprünglich stand es direkt gegenüber des gleichnamigen Felsens. Über die Jahre verfiel es zunehmends, sodass man 1994 an selber Stelle ein Duplikat errichtete. Beim Hochwasser 2002 wurde dieses zerstört und 2004 an heutiger Stelle wieder aufgebaut.

 

 

Wir folgen nun dem manchmal sehr schmalen Pfad entlang der Zschopau und wechseln dabei zwischen bewaldetem Gebiet und Auenlandschaft. Wir kommen auch an der Stelle vorbei, wo einst das Harrasdenkmal stand. Von hier können wir auch schon einen ersten Blick auf den Haustein werfen. Besser bekannt ist der Haustein allerdings als Harrasfelsen oder Harrassprung.

 

 

Wir lassen den Felsen hinter uns und kommen bald an den ersten einzelnen Höfen vorbei und erreichen die Zschopaubrücke in Frankenberg. Hier gehen wir nach rechts und folgen ein paar Meter der Straße. Das einzige unschöne Stück der Strecke.

 

 

Flussaufwärts – die rechte Zschopauseite

Wir folgen der Straße bis zum Landgasthof „Wiesengrund“. Hier biegen wir rechts in die Hermann-Fischer-Straße ein. Nach gut 200 Metern geht es wieder rechts in die Gunnersdorfer Straße. Am letzten Haus gehen wir nach und überqueren die Bahngleise. Wir folgen den Gleisen etwa 250 Meter und erreichen bald einen Feldrain.

 

 

Am Hochspannungsmast kommen wir über einen kleinen Weg links zum Aussichtspunkt „Wolfgangs Ruh“. Diesen Abstecher lege ich jedem ans Herz. Die Aussicht hier ist sagenhaft! Von hier blicken wir nicht nur auf das eindrucksvolle Zschopautal sondern haben auch Sicht auf den Katzenberg (471m), den Adelsberg (509m), den Beutenberg (421m) sowie auf Schloss Lichtenwalde.

 

 

Zurück am Feldrain durchqueren wir bald eine kurze, tiefe Schlucht – genannt das Zigeunerlager. Wenige Schritte später erreichen wir auch schon den Haustein bzw. den Harrasfelsen. Die Aussicht von hier ist nicht ganz so spektakulär, lohnt sich aber dennoch. Das hier stehende eiserne Körnerkreuz stellte man zum 50. Todestag des Dichters Theodor Körner auf. Als Student war er hier und schrieb auf Grundlage der Harrassage seine Ballade „Harras der kühne Springer“.

 

 

Wir gehen nun ein Stück in den Wald hinein. Südlich des Hausteins geht es über zahlreiche Stufen hinab ins Tal zum Altenhainer Bach. Wir durchqueren noch eine Bahnunterführung und gelangen so ans rechte Ufer der Zschopau. Flussaufwärts gehen wir nun wieder zur Anfangs erwähnten Zschopaubrücke in Braunsdorf. Zum Bahnhof kommen wir über den selben Fußweg zurück.

 

 

Hat man Zeit und Lust kann man auch noch einen Abstecher zu Schloss und Park Lichtenwalde machen. Lohnt sich!

Theodor Körner und der Harrassprung

Erstmal veröffentlichte man die mündlich überlieferte Sage im Jahre 1801 in einer Chemnitzer Zeitung.

Die Sage von Harras dem kühnen Springer

Ritter Harras saß im 15. Jahrhundert auf der Burg Lichtenwalde. Das gute Einvernehmen mit dem Besitzer der Schellenburg hatte eine Trübung erfahren und Feindschaft herrschte zwischen den Beiden. Eines Tages brachte ein Knappe dem Ritter Götz auf Schellenburg die Botschaft, dass sich Harras in wenigen Stunden nach der Flöhamündung begeben werde. Schnell war der Entschluss gefasst, den verhassten Gegner dort zu überwinden. Götz begab sich zur Flöha und verbarg sich mit seinen Leuten im Wald. Groß war deren Freude, als Harras arglos heran ritt. Schon brachen die feindlichen Reiter aus dem Wald hervor. Harras riss blitzschnell sein Ross herum und sprengte in den Wald hinein, während seine Knappen sich gegen die Feinde wendeten. Bald lagen sie tot oder verwundet am Boden und die Verfolgung wurde aufgenommen. Schon hörte Harras die Verfolger dicht hinter sich. Nirgends zeigte sich ein Ausweg. So blieb ihm keine andere Möglichkeit, als mit dem Rosse von der Spitze des Hausteines in die tief unten fließende Zschopau zu springen. Der kühne Sprung gelang. Ross und Reiter schwammen zum gegenüberliegenden Ufer. Bald war die schützende Burg erreicht.

 

Theodor Körner erfuhr als Student von der Sage als er im Rahmen einer Exkursion in diese Gegend kam. Er schuf daraufhin seine Ballade von „Harras dem kühnen Springer“. Obwohl er möglicherweise Kenntnis von der veröffentlichten Geschichte hatte, lies er in seiner Ballade das Pferd ertrinken.

 

 

Ob Ritter Harras mit seinem Pferd tatsächlich vom 40 Meter hohen Haustein sprang, lässt sich natürlich nicht nachweisen. Möglich wäre auch, dass er nicht auf den Felsen zu ritt sondern durch die Schlucht Zigeunerlager und von dort den Fluss durchschwamm. Seine Verfolger sahen vom Felsen aus lediglich, wie er mit seinem Pferd wohlbehalten auf der anderen Seite des Flusses ans Ufer stieg.

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „Rundwanderung zum Harrasfelsen – Wandern im Zschopautal“

  1. Sorry für das verspätete Lesen, aber wir waren auf Mauritius. Blogbeiträge folgen. 😊 Ab Montag geht alles wieder seinen gewohnten Gang…
    Lieben Gruß, Ewald

    1. Dafür musst du dich doch nicht entschuldigen! 🙂
      Hoffe ihr hattet eine schöne Zeit!? Freue mich schon auf deine Berichte!
      Liebe Grüße, Carina

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