Strudeltöpfe und Wassergeister – Unterwegs im Chemnitztal

Unweit meiner Haustür, im eh schon schönen Chemnitztal, bekommt man an einem Abschnitt das Gefühl man sei gar nicht mehr in Deutschland. Entdeckt haben wir diesen beeindruckenden Teil des Chemnitzflusses allerdings selbst erst vor ein paar Wochen. Ich kann mir nicht erklären, wie uns dieses wunderbare Stück Natur so lange verborgen bleiben konnte!

Folgt man von Chemnitz kommend dem Chemnitztalradweg bis Markersdorf glaubt man sich plötzlich in einem anderen Land zu befinden. Gewaltige, vom Wasser geformte Felsen liegen hier im Fluss. Eine einzigartige Landschaft, die man so sonst nur in Skandinavien oder der Schweiz wiederfindet. Schweizerthal sagt man, obwohl eigentlich nur ein kleiner Ort an der Strecke so heißt. Der aber erhielt sicher seinen Namen aufgrund dieser Flusslandschaft.

Zeugnis der letzten Eiszeit

Strudel- oder Riesentöpfe nennt man diese geologische Besonderheit. Vor gut 9000 Jahren stürzten die Felsen in den Fluss. Die Fluten der Chemnitz formten sie am Ende der letzen Eiszeit. Hartes Gestein, das vom damals gewaltigen Fluss mitgeführt wurde, durchbohrte und formte den weichen Cordieritgneis. Auch Sand hinterließ seine Spuren in Form von tiefen Scheuerrinnen am weichen Gestein.

 

 

Diese beeindruckende Felsenlandschaft zieht sich durch das Chemnitztal bis nach Mohsdorf. Am Wasser entlang kann man die etwa 4,5 km sehr gut ablaufen. Auch abseits vom Fluss lohnt sich ein Blick. Und es gibt viele Stellen an denen man direkt ans Wasser bzw. auch auf die riesigen Felsen treten kann. Einzig bei Diethensdorf führt der Weg kurze Zeit vom Wasser weg durch eine Gartensiedlung und ein Stück Wald.

 

 

Noch im 19. Jahrhundert vermutete man in den skurrilen Felslöchern Wassergeister und andere unheimliche Wesen. Im größten der Steine meinte man sogar den Eingang zu einem Nixenschloss finden zu können. Vorsichtshalber mied man damals diesen Abschnitt des Chemnitztals.

 

 

Die perfekte Fotolocation

Nach unserem ersten Besuch im Schweizerthal waren wir fasziniert. Innerhalb weniger Tage waren wir gleich dreimal und sicher nicht zum letzten mal dort. Der perfekte Ort um endlich mal mit dem Graufilter zu experimentieren. Das fehlende Stativ lies sich ganz gut durch die Felsen ersetzen.

Aber auch ohne Filter und Co., dieser Ort bietet einfach jede Menge unglaubliche Motive. Und bei jedem Besuch entdeckt man immer wieder etwas Neues.

 

 

Hast du auch einen Ort von dem du einfach nicht genug bekommst? Wo du immer wieder hingehst und es dir nie langweilig wird? Ja? Dann ab damit in die Kommentare!

 

 

 

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2 Kommentare zu „Strudeltöpfe und Wassergeister – Unterwegs im Chemnitztal“

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