6 grüne Oasen in Prag – perfekt für heiße Tage

Bunte Barockgebäude, gotische Kirchen, Karlsbrücke, Wenzelsplatz oder Burg. Prags Angebot an historischen Sehenswürdigkeiten ist enorm. Aber mal ganz ehrlich, so schön die Stadt auch ist, bei Temperaturen um die 30 Grad macht Sightseeing nicht wirklich viel Spaß. In Prag kein Problem! Denn Prag hat auch viele grüne Ecken, in denen es sich bei solchen Temperaturen ganz gut aushalten lässt.

Wir haben ein paar davon genauer unter die Lupe genommen und waren durchaus überrascht vom grünen Prag. Wir entdeckten liebevoll gepflegte, teils sehr alte Anlagen mit entsprechend alten Bäumen. In den größeren Parkanlagen gibt es zudem meist einen Imbiss oder ein kleines Restaurant, sodass man sich jederzeit mit einem Eis oder einem kühlen tschechischen Bier unter den nächsten Baum legen kann.

Letná Park (Letenské sady)

Nachdem wir im Zug ein nicht klimatisiertes Abteil erwischt hatten und die Temperaturen an unserem Anreisetag die 30 Grad Marke erreichten, sehnten wir uns nach unserer Ankunft direkt nach einem kühlen tschechischem Bier. Unser erster Weg führte uns also in den Biergarten im Letná Park, da sich dieser in unmittelbarer Nähe zu unserer Unterkunft befand. Sein Bier genießt man hier mit sagenhafter Aussicht über die Stadt.

 

 

Aufgrund dieser Aussicht und auch wegen des ungaublich günstigen Bierpreises (ein halber Liter kostet aktuell nicht einmal 2 €) ist der Biergarten regelmäßig gut besucht. Besonders in den Abendstunden war kaum mehr ein Platz an den zahlreichen Biertischen zu finden. Ganz Prag findet sich hier ein, könnte man meinen.

Auch der Park an sich war immer gut besucht. Vielen Bänke laden zum verweilen ein oder man lässt sich einfach auf einer der vielen Wiesen nieder. Bäume spenden genügend Schatten, sodass auch ein Spaziergang bei höheren Temperaturen sehr angenehm ist.

 

 

Das weithin bekannte Metronom befindet sich ebenfalls im Letná Park. Vratislav Karel Novák installierte es auf dem Sockel des 1962 zerstörten Stalin-Denkmals. Eigentlich heißt das Kunstwerk „Time Machine“ und soll den Lauf der Zeit symbolisieren. Außerdem dient es als Warnung zur Erinnerung an die Vergangenheit. Seit 1991 steht das 25 Meter hohe Konstrukt hier. Hier befindet sich übrigens auch ein sogenanntes „Shoefitti“. Über den Kabeln des Metronoms baumeln reihenweise alte Turnschuhe. Zwar weiß man nicht genau, welche Bedeutung dieser Trend hat aber witzig sieht es allemal aus.

 

 

Geht man noch ein Stück weiter durch den Park, erreicht man bald den Hanavský-Pavillon. Ein sehr schönes Gebäude im niederländischen Barockstil, geprägt von Gusseisen, Meuerwerk, Glas und Stuck. Hier befindet sich ein Restaurant. Ob es sich lohnt hier einzukehren können wir nicht beurteilen, wir fanden einfach das Gebäude wunderschön und deshalb erwähnenswert.

Petřín (Laurenziberg)

Im westlichen Zentrum von Prag finden wir einen fast komplett bewaldeten Hügel mit zahlreichen historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten – der Petřín oder zu deutsch der Laurenziberg. Es gibt zwei Möglichkeiten den 327 Meter hohen Hügel zu erklimmen. Seit 1891 kann man vom Stadtbezirk Malá Strana (Prager Kleinseite) mit der Standseilbahn hinauf fahren (Ticket 24 Kronen, etwa 95 Cent). Die Bahn macht einen Zwischenstopp am Restaurant Nebozízek. Bei hervorragender Aussicht auf Prag und das Schloss kann man hier einen kleinen Imbiss zu sich nehmen oder ein kühles Getränk genießen.

 

 

Wer mag, kann den Aufstieg über einen der vielen Wege auch zu Fuß wagen. Wir entschieden uns für diese Option. Unterwegs hat man zum Teil schöne Sicht auf die Stadt. Ein kaltes Getränk im Restaurant hat man sich dann aber auch mehr als verdient!

Endlich oben angekommen, gibt es einiges zu sehen. Geteilt wird der Gipfel durch die Hungermauer – eine gotische Schanzmauer, die man im 14. Jahrhundert zum Schutz baute. Der weithin sichtbare Aussichtsturm befindet sich ebenfalls hier. Es handelt sich hierbei um eine verkleinerte Nachbildung des Pariser Eiffelturms. Von oben soll man eine gute Rundumsicht haben. Für Astronomie-Interessierte findet sich auf dem Petřín das 1928 gegründete Štefánik-Observatorium. Ein historisches Spiegellabyrinth von 1891, Rosengarten, Andenkenladen und ein kleines Café sind außerdem hier zu finden.

 

 

Der Abstieg führte uns idyllisch über die Wege durch die Obstbaumwiesen.

Botanischer Garten der Prager Karls Universität

Südlich des Karlsplatzes in der Neustadt befindet sich der Botanische Garten der Prager Karlsuniversität. Bereits 1775 legte man ihn im Stadtviertel Smíchov an. 1898 verlegte man den Garten an seinen heutigen Platz. Der Botanische Garten ist der älteste des Landes!

 

 

Der kleine verwinkelte Park mit Pavillons und Bänken bietet sich in den heißen Monaten als optimales Plätzchen für eine längere Pause an. Im Schatten der imposanten Baumriesen kann man der Mittagshitze entgehen und nebenbei die verschiedensten Pflanzen betrachten. Angeordnet sind sie thematisch nach Herkunft in verschiedenen Arealen.

 

 

Franziskanergarten (Františkánská zahrada)

Ganz in der Nähe des Wenzelsplatzes, versteckt inmitten der hektischen Straßen liegt ein kleiner Rosengarten. In der Mitte des 14. Jahrhunderts als Klostergarten angelegt und seit 1950 für die Öffentlichkeit zugänglich. Man erreicht ihn zum Beispiel über die Passage des „Palác u Styblu“. Hat man den Garten gefunden, fällt sofort die Hektik der eben noch durchstreiften Hauptstraßen von einem ab. Trotz der vielen Besucher, die sich auf den zahlreichen Bänken zwischen Rosen und Apfelbäumen niedergelassen haben, ist es hier sehr ruhig.

 

 

Vojan Park (Vojanovy sady)

Diese unscheinbare, idyllische Kleinod entdeckten wir nur durch Zufall. Dadurch, dass er von Mauern umgeben ist, sieht man den Garten von außen nicht sofort. Auch der Vojan Park war ursprünglich als Klostergarten konzipiert, als Obstgarten um genau zu sein. Im 19. Jahrhundert gestaltete man ihn um zum Garten im englischen Stil um. Er ist der älteste, zum Teil erhaltene Garten in Prag. Es gibt ihn seit Mitte des 13. Jahrhunderts.

 

 

Der Garten ist nicht sehr groß und eigentlich auch recht unspektakulär, wenn man von der kurzen Zeit der Magnolienblüte absieht. Das interessante sind seine Pfauen. Gleich mehrere spazieren hier durch die Gegend. Wenn man Glück hat, werben die Hähne gerade um eine Henne und man kann die faszinierenden Balzrituale der Herren bewundern. Alle der anwesenden männlichen Pfauen schlugen gerade ihr Rad um die Mädels zu beeindrucken. Ein großartiges Schauspiel!

 

 

Stromovka – der königliche Wildpark

Der mit Abstand größte Park in Prag ist mit 95 Hektar der königliche Wildpark Stromovka. Im 13. Jahrhundert legte man das Areal unterhalb des königlichen Sommerhauses als Jagdgehege und zu Vergnügungszwecken der Herrschenden an.

 

 

Ein ausgedehntes Wegenetz lädt zu langen Spaziergängen ein. Zahlreiche Bänke und schattige Plätze auf den weiten Wiesen eignen sich als Fluchtort vor den Sonnenstrahlen. Dazwischen finden sich einige Seen und Teiche, die gern auch zum abkühlen genutzt werden. Für Durstige oder den kleinen Hunger zwischendurch gibt es auch hier ein kleines Restaurant.

 

 

 

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Du kennst noch einen Ort in Prag um der Mittagshitze zu entgehen? Schreib ihn gern in die Kommentare! Ich freue mich auf deine Tipps!

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2 Kommentare zu „6 grüne Oasen in Prag – perfekt für heiße Tage“

    1. Vielen Dank, Ewald! Ja, auch bei mir steht Prag in der Liste der Lieblingsstädte ganz weit oben. Zurecht, wie ich finde 😉
      Liebe Grüße, Carina 😊

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