Zwischen Knochenstampfe und Papiermühle – Mühlentag 2018

Jedes Jahr am Pfingstmontag findet in Deutschland der Mühlentag statt, 2018 bereits zum 25. Mal. An diesem Aktions- und Thementag sind zahlreiche Mühlen und Wasserkraftwerke für die Öffentlichkeit zugänglich. Sinn und Zweck des Ganzen ist es auf die Erhaltung und Pflege historischer Mühlen aufmerksam zu machen. Und davon gibt es in Deutschland eine ganze Menge.

Bundesweit nehmen 1100 Wind- und Wassermühlen mit einem bunten Rahmenprogramm am deutschen Mühlentag teil. Eine Teilnehmerliste findest du auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung.

Deutscher Mühlentag 2018

Wir haben uns zum deutschen Mühlentag 2018 zwei Mühlen, die nah beieinander liegen, ausgesucht und sind zwischen ihnen hin und her gelaufen. Die Mühlen unserer Wahl befinden sich im erzgebirgischen Zwönitz bzw. dessen Ortsteile. Zwischen beiden Mühlen liegen etwa 4 km, die kann man gut erlaufen. Etwas abseits der Hauptstraße kann man gut in der Natur laufen und die Landschaft genießen. Der Weg war nicht ganz einfach zu finden, fragen hilft hier aber!

 

 

Papiermühle Zwönitz

Erstmals 1568 urkundlich erwähnt ist sie die älteste, noch funktionstüchtige Papiermühle Deutschlands. Bevor man im Zuge der Industrialisierung die Produktion auf Hart- und Graupappe umstellte, schöpfte man hier bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Handarbeit aus alten Hadern und Lumpen Büttenpapier. Dem Papiermüller kannst du auch heute noch über die Schulter schauen und erleben, wie er von Hand ein Wasserzeichen ins Papier zaubert.

1973 legte man die Anlage still, restaurierte sie und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Im Inneren des Fachwerkgebäudes befindet sich noch die komplette Ausrüstung der Pappenfabrik aus der Zeit der Jahrhundertwende, angetrieben durch Wasserkraft und Motoren. Die hier hergestellten Pappen fanden Einsatz in der Schuh-, Sitzmöbel- und Verpackungsindustrie. Bei einer einstündigen Führung wird dir der Produktionsablauf erläutert und die Anlage in Gang gesetzt.

 

 

Im Park der Papiermühle befindet sich die Schauanlage „Historisches Zwönitz“. Hier kannst du verschiedene Zwönitzer Gebäude in Miniaturform betrachten. Für das leibliche Wohl sorgt der Gasthof „Zur alten Mühle“ immer Donnerstag bis Sonntag ab 11 Uhr.

Die Papiermühle Zwönitz zählt heute zu den bedeutendsten Industriedenkmälern der Region.

Öffnungszeiten der Papiermühle Zwönitz:

Mi – Sa 10-12 und 13-17 So 12-17 Mo, Di Ruhetag

Eintritt 3 €, Kinder 1,50 €

Papiermühle Zwönitz, Köhlerberg 1, 08297 Zwönitz

Knochenstampfe Dorfchemnitz

Bis 1954 zerstampfte man hier tatsächlich noch Knochen, die von Tieren natürlich. Das gewonnene Knochenmehl nutzte man als Dünger. Diese letzte noch funktionstüchtige Anlage im Erzgebirge wird durch Wasserkraft mit einem alten Wasserrad angetrieben.

Nebenan befindet sich das Heimatmuseum mit verschiedenen Ausstellungen. Einblick in die Geschichte der Strumpfwirkerei erhältst du in der historisch eingerichteten Strumpfwirkerstube. Auch interessant ist die Ausstellung mechanischer Weihnachtsberge – handgeschnitzte Figuren, angetrieben von Uhrwerken ziehen ihren Kreise durch biblische Landschaften. Utner anderem in einem der ältesten funktionierenden Weihnachtsberge Sachsens. Die erzgebirgischen Traditionen beschränken sich eben nicht nur auf das Mekka der Schnitzkunst Seiffen, sondern sind überall im Erzgebirge anzutreffen.

 

 

Außerdem beherbergt der ehemalige Bauernhof, auf dem sich die Knochenstampfe befindet, den ältesten erhaltenenen altdeutschen Steinbackofen Sachsens aus dem Jahr 1585. Zu besonderen Anlässen, wie dem Mühlentag, wird der Ofen in Betrieb genommen.

Jeden zweiten Sonntag im Monat sorgt das Stampfencafé gegenüber des Museum für dein leibliches Wohl. Von 13 – 17 Uhr bekommst du hier Kaffee und Kuchen oder kleine herzhafte Snacks. Gelegentlich gibt es auch Livemusik oder einen Reisevortrag.

Mehr Infos hier.

Öffnungszeiten Museum Knochenstampfe:

Mi – Sa 10-12 und 13-17 So 12-17 Mo, Di Ruhetag

Eintritt 3 €, Kinder 1,50 €

Knochenstampfe Dorfchemnitz, Am Anger 1, 08297 Zwönitz

Umgebung

Zwönitz haben wir an diesem Tag nicht besucht. Solltest du aber durchaus in Erwägung ziehen. Wir holen das an einem anderen Tag nach. Einen ersten Eindruck von der alten Bergstadt bekommst du hier.

Landschaftlich befinden wir uns hier im Mittleren Erzgebirge am Geyrischen Wald, etwa 25 km südwestlich von Chemnitz. Der höchste Punkt im Stadtgebiet Zwönitz ist mit 653 m der Ziegenberg.

Das idyllische Zwönitztal mit seinen grünen Feldern, Wiesen und Wäldern eignet sich hervorragend für Aktivitäten in der freien Natur. Die sanfte Berglandschaft mit mittlerer Höhenlage von 500 bis 700 m ist perfekt für ausgedehnte Wanderungen oder lange Spaziergänge.

Anreise nach Zwönitz

Bahn: mit der Erzgebirgsbahn Chemnitz Richtung Aue

Auto: gut zu erreichen, eine Anfahrtsbeschreibung findest du hier.

 

 

Für uns war es ein gelungener Mühlentag, zudem auch noch unser erster. Wir sind aber nächstes Jahr wieder dabei und erkunden dann ein oder zwei weitere Mühlen. Und du? Warst du auch dabei am 25. deutschen Mühlentag?

 

 

 

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2 Kommentare zu „Zwischen Knochenstampfe und Papiermühle – Mühlentag 2018“

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