Skurrile Steinformationen im Erzgebirge – die Greifensteine

Außergewöhnliche und faszinierende Steinformationen gibt es in Sachsen nicht nur in der Sächsischen Schweiz. Eine kleinere Variante solcher eindrucksvollen Naturkonstruktionen findet man auch im Erzgebirge zwischen Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum – die Greifensteine.

Die beliebte Ausflugsregion rund um die Greifensteine bietet Aktivitäten für Groß und Klein. Egal ob Wandern, Klettern, Baden oder einem Besuch der eindrucksvollen Naturbühne umrahmt von den skurrilen Felsformationen. Naturliebhaber und Entdecker können im Naturschutzgebiet Greifensteine eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt erkunden.

Entstehung und Geschichte der Greifensteine

„Älter wie die Greifensteine“ pflegte meine Oma früher immer zu sagen, wenn es sich um etwas sehr altes handelte. Alt sind sie tatsächlich, stammen die Greifensteine doch aus dem Paläozoikum, also dem Zeitraum vor 541 bis etwa 252 Millionen Jahren. Magma aus der unteren Erdkruste ist damals in höhere Krusten vorgedrungen und langsam abgekühlt. Freigelegt werden solche Formationen durch Erosion der darüber liegenden Gesteinsschichten. Wann das im Falle der Greifensteine geschehen ist, weiß man aber nicht genau. Entdeckt hat man sie wohl im 18. Jahrhundert.

Wie aufeinandergelegte Steine wirken die Felsnadeln. Dieses Aussehen haben die Greifensteine den hier herrschenden Wetterbedingungen zu verdanken. Ursprünglich waren es mal 13, heute stehen noch 7 Granitfelsen. Der Höchste unter ihnen ragt etwas mehr als 730 m in die Höhe. 6 weitere Felsen trug man im 19. Jahrhundert bei Steinbrucharbeiten ab. Granit war zu der Zeit ein sehr beliebtes Baumaterial. Heute wird hier aber nichts mehr abgebaut.

Da wir uns im Erzgebirge befinden, kann auch das Gebiet um die Greifensteine auf eine lange Bergbautradition zurück blicken. Bereits im 13. Jahrhundert baute man Zinnerze ab. Die extrem ergiebigen Erzlagerstätten vor Ort sind auch heute noch nicht erschöpft. Da sich der Abbau aber aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr lohnte, schlossen die letzten Bergwerke in der Gegend um 1990.

Die Greifensteine sind nicht nur für Granit und Erz bekannt sondern auch als Fundort für andere interessante geologische Kostbarkeiten. Bisher entdecken man hier 50 verschiedene Minerale, unter anderem Andalusit, Beryll, Gips, Topas, Zirkon, verschiedene Granate, Turmanite und Wolframite, um nur einige zu nennen. Sicher auch für Hobby-Geologen interessant.

Naturtheater Greifensteine

Durch den Granitabbau entstand ein großer Steinbruch. Diese Fläche wusste man später durchaus zu nutzen. An dieser Stelle befindet sich jetzt das Naturtheater Greifensteine mit einer einzigartigen und eindrucksvollen Kulisse. Die erste Aufführung fand 1846 statt. Anfangs beinhalteten die Stücke Geschichten zum sächsischen Robin Hood – dem in Scharfenstein geborenem Wildschütz und Lebenskünstler Karl Stülpner. Später kamen auch andere Geschichten hinzu. Aufführungen finden nur im Sommer statt. Das Programm umfasst mittlerweile auch Konzerte und Freilichtkino.

Burg Greifenstein

Überlieferungen zufolge soll sich an der Stelle, wo heute die Naturbühne steht, einst die Burg Greifenstein befunden haben. Ein urkundlicher Nachweis findet sich erstmals um 1372 als Slosz Cryfenstein. Gebaut haben soll man die Burg schon um 1180. In Chroniken liest man ebenfalls von einem Brand im 14. Jahrhundert bei dem die Burg zerstört aber auch wieder aufgebaut worden sei. Mitte des 15. Jahrhunderts soll man sie letztendlich als Herrschaftssitz aufgegeben haben. Steinbrecher haben dann die Überreste der Burg vollständig abgetragen. Das wiederum wäre eine mögliche Erklärung warum heute nichts mehr daran erinnert, das hier einst eine Burg Greifenstein gestanden hat.

Seit dem 19. Jahrhundert gilt die Burg als verschollen. Bei späteren Grabungen fand man an die 10.000 Keramikreste die man der Burg zuordnete. Für die tatsächliche Existenz einer Burg Greifenstein an dieser Stelle gibt es allerdings keine fundierten Beweise. Überliefert wurde aber eine Sage.

Freizeitvergnügen rund um die Greifensteine

Die sehr festen und stabilen Granitfelsen der Greifensteine eignen sich perfekt zum Klettern. Die natürlichen Kanten und Absätze bieten perfekte Möglichkeiten zum Festhalten und Steigen. Sechs der Sieben Felsen sind zum Klettern freigegeben. Im Sommer werden Klettertouren für alle Kenntnisgrade angeboten. Wer sich nicht an den Felsen traut kann sich alternativ dazu auch in einem der 8 Parcoure im Kletterwald austoben.

Für Wanderfreunde bietet die Gegend um die Greifensteine zahlreiche Wanderrouten unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Eine kleine Auswahl gibt es hier. Im Winter kann man übrigens viele der Wege mit Langlaufski erkunden.

Nur wenige Gehminuten entfernt lädt der Greifenbachstauweiher im Sommer zum Baden, Tauchen oder Boot fahren ein. Entspannen und die Sonne genießen kann man auf den angelegten Sandstränden oder den ausgedehnten Liegewiesen. Wer länger bleiben möchte kann Zelt oder Wohnwagen auf dem Campingplatz aufstellen oder einen der kleinen Bungalows mieten.

Den Greifenbachstauweiher, im Volksmund auch Geyrischer Teich genannt, legte man ursprünglich für den Bergbau an und zwar bereits im 14. Jahrhundert. Damit zählt die Talsperre zu den ältesten Deutschlands. Fasste die Talsperre anfangs nur etwa 60 m³ Wasser, sind es heute durch mehrfache Erweiterung knapp 640.000 m³.

 

 

Das Gebiet um die Greifensteine bietet Aktivitäten für jedermann. Wenn ihr also in der Nähe seid, schaut unbedingt mal vorbei!

 

 

 

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10 Kommentare zu „Skurrile Steinformationen im Erzgebirge – die Greifensteine“

  1. Hey, tolle Bilder. Ich war ja schon ewig nicht mehr dort. Dabei ist es nicht weit weg von mir. Kommt auf meinen Plan. Die nahen Dinge vergisst man meist. Danke für die Inspiration.

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