Bad Düben – Wellness, Kultur und Natur

Am südlichen Rande des Naturparks Dübener Heide liegt die Stadt Bad Düben. Die Kurstadt im Landkreis Nordsachsen kann mittlerweile auf mehr als Tausend Jahre Geschichte zurückblicken. Bereits um 1200 gründeten flämische Einwanderer hier eine Gemeinde neben einer Burg, die sich im Schutze dieser langsam zur Stadt Bad Düben entwickelte.

Wir begeben uns auf einen Stadtrundgang und entdecken Bad Düben zwischen Geschichte, Kultur und Natur. Davon hat die Stadt nämlich jede Menge zu bieten.

Kurstadt Bad Düben

Größere Moor- und Mineralwasservorkommen führten dazu, dass sich am Ende des 19. Jahrhunderts der Ort Düben zum Kur- und Badeort entwickelte. Die heilende Moorerde entdeckte man 1911 bei Braunkohlebohrungen. Schon 1915 eröffnete daraufhin ein Moorbad, was letztendlich auch zum Titel Kurort führte. Erhalten hat Düben den Kurstatus aber erst 1948, in den Jahren vorher hatte man vermutlich andere Probleme. Seitdem heißt die Stadt Bad Düben. Alle 10 Jahre wird überprüft, ob die Bedingungen für einen Kurort noch vorliegen. Bad Düben hält den Titel übrigens seit 1948 ununterbrochen.

Über die Jahre kamen zum Moorbad weitere Einrichtungen hinzu. Den 80.000 m² großen Kurpark gibt es schon seit 1846. In der gepflegten Parkanlage befindet sich über mehrere Rasenflächen verteilt ein frei zugänglicher Golfplatz. Im Jahr 2000 folgte das Heide Spa. Ein großer Komplex mit Schwimmbad, Sauna, Fitnessstudio, verschiedenen Wellnesseinrichtungen, einem Restaurant und einem Veranstaltungssaal. Das ans Spa angegliederte Wellness-Hotel öffnete seine Pforten 2007, 10 Jahre später Begann der Bau einer Erweiterung.

Neben Moorpackungen und anderen Wellnessanwendungen findet man in Bad Düben auch ein Reha-Zentrum für Orthopädie, Neurologie und Kardiologie. Wer also mal eine Reha-Maßnahme vor sich hat und den Ort dafür wählen kann, sollte ruhig Bad Düben in Erwägung ziehen. Erholen kann man sich hier prima. Das wussten man übrigens auch schon vor über 100 Jahren, sodass viele gleich den ganzen Sommer hier verbrachten.

Museumsdorf Obermühle

Schlendert man durch den Kurpark gelangt man zum Museumsdorf Obermühle. Kurz davor liegt links der Eingang zum Moorerlebnispfad. Wie der Name bereits verrät dreht sich hier alles ums Moor. Ein kleiner Pfad führt vorbei an einer 8.000 Jahre alten Mooreiche, einer Moorlore und zahlreichen Infotafeln über die Moorentstehung, den Abbau und die Aufbereitung. Ein Holzsteg führt über eine Moortasche – ein aufgeschüttetes Erdbecken, dass den Moorbädern zur Lagerung des Moores diente. Die Wirkung des Moores auf der Haut lässt sich in einem Moortretbecken testen. Für danach steht eine Wasserpumpe bereit. Der Eintritt zum Moorerlebnispfad ist kostenlos, geöffnet ist von Mai bis September.

Nur ein paar Meter weiter gelangt man zum Museumsdorf Obermühle. Ein alter Mühlenhof mit Garten, einer Scheune und einem Backofen wird hier gerade liebevoll saniert. Im Mühlengebäude sollen Schauwerkstätten mit altem Handwerk, unter anderem Besenbinder, Korbmacher, Schumacher und Seiler, einen Platz finden. Man kann den Hof trotz Bauarbeiten schon betreten und gewinnt so einen Eindruck, wie das Alles in naher Zukunft einmal aussehen soll. Bis es soweit ist, kann man schon mal einen Blick in den kleinen Bauerngarten werfen und den emsigen Bienen beim Ein- und Ausflug in den Bienenstock zuschauen. Über dem Gelände verteilt stehen aktuell einige alte Fotografien der letzten Besitzer des Hofes. Hier lässt sich auch der ursprüngliche Zustand der Mühle gut erkennen. Abschluss der Bauarbeiten ist wohl für 2019 geplant.

Bockwindmühle Katharinenmühle

Hinter den Gebäuden der Obermühle befindet sich der dazugehörige Teich. Der Weg daneben führt zu einer weiteren Mühle. Die ursprünglich 1840 in Schkeuditz gebaute Bockwindmühle steht jetzt hier in Bad Düben. Von ihrem alten Platz musste sie weichen, weil der Flughafen Leipzig/Halle erweitert werden sollte. Gemahlen wurde in der Mühle noch bis 1960, damals noch am alten Standort. Über die Jahre hat natürlich auch an dieser Mühle der Zahn der Zeit genagt. Die notwendige Sanierung fand in den Jahren 2005/06 statt. Dabei konnte man 70 % der historischen Bausubstanz erhalten. Nach Abschluss der Arbeiten konnte die Mühle als Schaumühle wieder in Betrieb genommen werden.

Burg Düben

Die Bürg Düben fand ihre erste Erwähnung im Jahre 981 unter dem slawischen Namen „Dibni“. Aufgrund der günstigen Lage an einem alten Handelsweg entstand auch bald eine slawische Siedlung. Später gründeten flämische Einwanderer eine Siedlung neben der Burg, die alten slawischen Höfe übernahmen fränkische und sächsische Siedler. Daraus entstand die Stadt Düben.

Im Laufe der Zeit hatte Burg Düben zahlreiche Besitzer bis sie 1450 bei einer Fehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen zerstört wurde. Man baute Burg Düben wieder auf und machte sie zum Kursächsischen Amtssitz des Amtes Düben.

Im 30-jährigen Krieg schlossen Schwedenkönig Gustav II. Adolf, der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm und der sächsische Kurfürst Johann Georg I. hier ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser Ferdinand II. Der Stadt Düben half diese Bündnis allerdings nicht. Während des Krieges zerstörten Söldnerheere sie noch dreimal.

In Burg Düben fand auch der letzte Hexenprozess Deutschlands statt. Überlieferungen sprechen von einem Hexenkeller, Folter, ein Hexengrab und einem Hexentanzplatz auf der Burg.

Über die Jahre unterlag Burg Düben unterschiedlicher Nutzung – Versorgungslager im siebenjährigen Krieg oder Hauptquartier Napoleons im Oktober 1813 während der Befreiungskriege. Seit 1953 befindet sich in einem Teil der Räume ein Heimatmuseum zur Stadt Bad Düben und die Dübener Heide. Auch hier wird aktuell gerade gebaut, voraussichtlich bis April 2019. Das Gelände um die Burg ist aber zugänglich.

Historische Bergschiffmühle

Unterhalb der Burg Düben, im ehemaligen Burggraben, steht eine historische Bergschiffmühle. Eine Schiffmühle ist eine Wassermühle, die auf einem Schiffskörper angebracht ist. Das Mühlrad wird dabei durch die Strömung angetrieben. Die Verwendung einer solchen Schiffmühle geht nachweislich bis ins Jahr 540 n. Chr. zurück. Als damals die Ostgoten Roms Aquädukte zerstörten und so die Wasserversorgung unterbrachen, ließ man auf Barken schwimmende Mühlen im Tiber verankern. Die lebenswichtige Versorgung mit Mehl war dadurch gesichert.

Die Schiffmühle in Bad Düben gehörte zum Alaunwerk und befand sich ursprünglich auch dort. Ersten Erwähnungen zufolge bereits seit 1686. Bis 1905 fand sie Verwendung als Getreidemühle danach baute man zum schwimmenden Kraftwerk um. Hochwasser und Eis zerstörten die Anlage immer wieder, sodass die Mühle regelmäßig erneuert werden musste. Die Umsetzung an ihren heutigen Standort erfolgte 1967. Dort ist das technische Denkmal im Bauzustand von 1905 zu sehen.

Rotes Ufer

Eine sehr interessante, wenn auch künstliche, Landschaft in Bad Düben findet man im Stadtteil Alaunwerk – das Rote Ufer. Es handelt sich dabei um eine Halde aus dem Alaunabbau in den Jahren zwischen 1557 und 1886. Die alte, ausgelaugte Alaunerde schüttete man am Ufer der Mulde etwa 15 Meter hoch auf. Die Halde ist begehbar und verschiedene Wege führen nach oben. Man hat von hier einen wirklich tollen Blick über die Muldenauen am anderen Ufer. Etwas Vorsicht ist aber geboten: die Ränder sind mittlerweile recht brüchig und bisher nur an einer Stelle mit einem Geländer gesichert.

So schön es auf der alten Halde auch war, noch besser hat es mir auf der gegenüberliegenden Muldeseite gefallen. Um dahin zu gelangen, geht man über die Muldebrücke und biegt danach rechts auf einen Feldweg ab. Man überquert ein Stück Muldenaue, geht dann hinter einem Damm entlang bis man an einen alten Hof kommt. Von hier führt dann ein Weg durch freies Gelände mit einzelnen Bäumen bis an die gegenüberliegende Seite des Roten Ufers. Durch die extreme Trockenheit in diesem Sommer und die dicken dunklen Wolken an diesem Tag, herrschte hier ein ganz eigene, leicht skurrile Stimmung. Eine Tour in dieser Gegend, ob zu Fuß oder mit dem Rad, lohnt sich aber bestimmt auch an anderen Tagen!

Interessante Gebäude in Bad Düben

Bei einem Bummel durch die Stadt Bad Düben begegnet man auch dem ein oder anderen sehenswerten Gebäude. Hier eine kleine Auswahl:

RathausEs empfiehlt sich am Rathaus zur vollen Stunde vorbeizuschauen. Zwischen 9 und 18 Uhr treffen dann im Uhrenspiel zwei Ziegenböcke aufeinander die beim Glockenschlag ihre Köpfe zusammenschlagen. Symbolisch soll das bedeuten, dass in diesem Hause kein „Bockmist“ verzapft werden soll. Das besagt auch die Inschrift. Das Rathaus im Renaissancestil ist aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts. Den Vorgängerbau vernichtete der Stadtbrand 1716. Die Ziegenböcke gab es übrigens schon einmal vor dem Brand, die neuen nahm man aber erst 2002 in Betrieb.

Burgschänke „Goldener Löwe“ – Ein Haus mit Gaststättenprivileg seit 1647, das auch heute noch als Gastwirtschaft und Herberge dient. Das Erdgeschoss war früher eine Kirche, zur Reformation gab man das Gebäude aber als solches auf. Der Bau entstand vermutlich schon im 11. Jahrhundert. Damit gehört er zu den ersten, aus Stein gebauten Häusern der Region. Beim Stadtbrand 1716 erlitt das Gebäude starke Schäden. Beim Wiederaufbau setzte man die zweite Etage auf.

Stadtmühle – Die städtische Wassermühle von 1538 ist heute technisches Denkmal. Erstmals als kurfürstliche Schneidemühle um 1681, erweiterte man sie in den nächsten Jahren um eine Walk- und eine Mahlmühle. Später kam noch eine Ölmühle hinzu. Bis 2016 stellte man hier noch Roggenmehl für die umliegenden Bäcker sowie Futterschrot her.

Stadtkirche St. Nikolai – Die Kirche ist aus dem 12. Jahrhundert und diente damals als Sitz eines Erzpriesters des Bistums Meißen. Die Kirche unterlag mehrfachen Umbauten, blieb im Kern aber bis heute romanisch. Mitte des 17. Jahrhunderts brannte St. Nikolai nahezu vollkommen aus, erhalten blieben lediglich Turm und Glocken. Etwa 150 Jahre später entdeckte man im Turm einen Riss, der nach Prüfung als harmlos abgetan wurde. 4 Wochen später brach der Trum in sich zusammen und tötete 4 Menschen. Ende des 19. Jahrhunderts erhöhte man den wiederaufgebauten Turm, so dass er heute mit einer Höhe von 63 Metern das höchste Gebäude der Stadt ist.

Pegelhaus – Das kleine Pegelhaus an der Muldebrücke baute man 1893. Bis 1995 maß man damit den Wasserpegel der Mulde. Der achteckige Klinkerbau mit Zeltdach dient heute als Kleinmuseum und steht unter Denkmalschutz. Im Inneren befindet sich alte Messtechnik.

 

 

Warst du schon einmal in Bad Düben? Was sollte man sich deiner Meinung nach unbedingt anschauen? Hinterlasse gern einen Kommentar mit deinem Tipp!

 

 

 

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21 Kommentare zu „Bad Düben – Wellness, Kultur und Natur“

  1. Pingback: Ein Streifzug durch die Dübener Heide - Routinebruch

  2. Von Bad Düben habe ich schon mal gehört, war aber selbst noch nie in der Gegend! Ich schaue mir sehr gern alte Burgen und Schlösser an, das wäre was für mich! Auch der Ausblick ist herrlich!
    Liebe Grüße
    Jana

  3. Hallo Carina! Herzlichen Dank für die Vorstellung von Bad Düben. Ist gut zu Wissen das es dort Reha Zentren gibt. Das Rathaus ist echt sehr schön. Auch die Halde sieht sehr sehr interessant aus. Herzliche Grüße aus dem Sommerzimmer, Sandra

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Mir persönlich hat die Halde, also das Rote Ufer, am besten gefallen. Die Natur, die Stimmung vor Ort.. war einfach toll! 😊
      LG Carina

  4. Irgendwann war ich auch schon mal in Bad Düben , kann mich aber nicht mehr genau dran erinnern. Ich freu mich schon nach dem Umzug die ganzen tollen Städte in Deutschland und Sachsen wiederzu entdecken.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  5. Hallo Carina,
    in Bad Düben war ich schon einmal, da meine Schwiegereltetn mehrmals zur Kur in Bad Schmiedeberg waren. Aber Deine Bilder laden dazu ein, mal wieder in der Umgebung wandern zu gehen.
    LG Diana

  6. Von Bad Düben hab ich bis heute noch nicht gehört. Orte mit einer Geschichte und historischen Gebäuden mag ich aber sehr gerne. Vielleicht machen wir ja irgendwann einmal in der Dübener Heide Urlaub, dann werde ich mich auf jeden Fall an deinen Artikel erinnern.

    LG Alexandra

  7. persönlich finde ich es ja total schön, sich auch mal in Deutschland solche Naturparks anzuschauen – in Bad Düben war ich allerdings noch nicht, obwohl ich gerade in meiner Kindheit viel mit den Eltern rumgekommen bin 😉

    schaut sehr empfehlenswert aus!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  8. Hallo,

    habe bislang von Bad Düben noch nie gehört. Aber scheint ein wirklich schönes Örtchen zu sein. Von daher vielen Dank für die Vorstellung ;).Und die wirklich schönen Fotos ;).

    Lg

  9. Pingback: Die schönsten Bilder aus dem 2. Halbjahr 2018 - #FoPaNet 2-2018 - Routinebruch

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