historische Wegzeichen in der Dresdner Heide

Dresdner Heide – Wandern auf historischen Pfaden

Dresdner Heide – das klingt nach ausgedehnter, wilder Landschaft mit Strauchschichten und Heidekraut, dass die Weite in zarte, fliederfarbene Töne hüllt? Weit gefehlt, in Sachsen spricht man nämlich auch bei zusammenhängenden Waldgebieten von einer Heide. Bei der Dresdner Heide handelt es sich demnach um einen großflächigen Stadtwald, sogar einen der größten in Deutschland.

Die nordöstlich von Dresden liegende Dresdner Heide umfasst ein Gebiet von 4.836 Hektar und ist von zahlreichen Wegen durchzogen. Die meisten davon sind heute gut ausgebaut. Man trifft regelmäßig auf Spaziergänger, Wanderer und auch Radfahrer. Trotz der Nähe zu Dresden, ist es aber, abgesehen von einigen wenigen Plätzen, nicht sehr stark frequentiert. Man hat also durchaus auch seine Ruhe.

Auf alten Pfaden

Menschen siedelten sich in Sachsen nachweisbar bereits in der Jungsteinzeit an. Vermutlich legte man auch zu dieser Zeit die ersten Pfade durch die Dresdner Heide an. Über viele Epochen hinweg erschloß man dann Stück für Stück das komplette Gebiet, sodass mit der Zeit ein umfangreiches Wegenetz entstand. Zur Orientierung setzte man verschiedene Zeichen an die Bäume. Dazu entfernte man vorsichtig ein Stück Rinde, ritzte die Symbole ins Holz und malte diese rot aus. So entstand sogar ein neuer Beruf, der des Waldzeichenschneiders.

Im Mittelalter begann man dann mit einer Systematisierung des Wegenetzes und dessen Kartographierung. Die erste Karte der Dresdner Heide entstand 1589 auf Basis des sternförmigen Systems von Johannes Humelius. Er entwarf es hauptsächlich zur Orientierung bei der Jagd. Im Mittelpunkt stand dabei der Dresdner Saugarten. Davon gehen im 45 Grad Winkel acht Hauptwege ab („Alte Eins“ bis „Alte Acht“). Außerdem wird das Zentrum von fünf Ringwegen umgeben („Kreuz Zwei“ bis „Kreuz Sechs“). Erweitert wurde das Wegesystem im 18. Jahrhundert durch geradlinig und parallel verlaufende Schneisen.

Im 19./20. Jahrhundert verloren die alten Zeichen an Bedeutung, wurden teilweise sogar entfernt. Mitte der 80er Jahre begann man dann aber mit der Rekonstruktion und malte mit Hilfe von Schablonen die alten Symbole mit roter Farbe auf weißen Grund. Einige der ursprünglich von Hand eingeritzten Symbole kann man aber auch heute noch finden.

Haarweidensee, Heidemühle und Saugarten

Unsere Tour über die Jahrhunderte alten Pfade durch die Dresdner Heide beginnen wir im Dresdner Stadtteil Bühlau direkt an der Endhaltestelle der Straßenbahn – Ullersdorfer Platz. Da wir mit dem Auto angereist sind suchen wir uns in der Umgebung einen Parkplatz.

Über den Heidemühlenweg gelangen wir in den Wald, wo uns die Wanderapp direkt nach rechts auf einen kleinen Trampelpfad führt bevor wir für den Rest der Wanderung hauptsächlich auf gut ausgebauten Wegen gehen. Nachdem wir den Pfad hinter uns gelassen haben, begegnet uns auch schon das erste historische Wegzeichen. Links neben uns fließt der Haarweidenbach, dem wir eine Weile folgen und erreichen bald schon den Haarweidenstausee. Das Ufer ist gesäumt von Menschen. Wenn man unterwegs kaum jemanden trifft, erwartet man sowas nicht unbedingt. Wir gönnen uns trotzdem einen kurzen Blick über den kleinen See, sehen aber zu, dass wir schnell weiterkommen. An weniger gut besuchten Tagen aber sicher ein nettes Plätzchen zum verweilen.

Über Wege mit Namen wie „verkehrte Gabel“, „Alte Acht“ und „Bischofsweg“ gelangen wir vorbei an der „Kleinen Prießnitzbrücke“ auf den Prießnitztalweg. Man merkt sofort die Nähe zur Radeberger Landstraße, die sich hier durch die Dresdner Heide schlängelt. Wir treffen hier auf viele Spaziergänger und Radfahrer. An der nahegelegenen Heidemühle entschließen wir uns zu einer kurzen Rast bei einem Radler und einem kleinen Imbiss.

Frisch gestärkt geht es nun weiter. Wir überqueren die Radeberger Landstraße und folgen nun erneut einem Bach, diesmal der Prießnitz. Von den zahlreichen Gewässern ist sie das längste und wasserreichste Bächlein in der Dresdner Heide. Die Prießnitz begleitet uns bis zur Schwedenbrücke – benannt nach den Schweden, die hier im 30-jährigen Krieg lagerten. Damals gab es die Brücke allerdings noch nicht, man baute sie erst im Jahr 1841.

Auf der anderen Seite folgen wir nun ein paar Meter dem Lauf der Prießnitz in die andere Richtung, biegen aber bald ab zum Saugarten. In der Dresdner Heide gab es vier Saugärten. Umgeben von einer Mauer hielt man hier bis Anfang des 19. Jahrhunderts Wildschweine für die königliche Jagd. Am Dresdner Saugarten trafen sich auch die Acht Hauptwege.

Bevor es nun zurück geht, machen wir noch schnell einen Abstecher zum Saugartenmoor, etwa 200 Meter nördlich vom Dresdner Saugarten. Das letzte von ursprünglich mehreren Niedermooren in der Dresdner Heide gilt heute als Flächennaturdenkmal. Über einen kleinen Steg kann man ein paar Schritte hinein gehen und der für Moore so typischen seltsamen Stimmung lauschen.

Zum Anschauen, Ausbauen oder Nachwandern gibt es unsere komplette Tour wie immer auch bei komoot.

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2 Kommentare zu „Dresdner Heide – Wandern auf historischen Pfaden“

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