Simlångsdalen

Simlångsdalen – Entschleunigen in Hallands Naturparadies

Vier schwedische Seen, in einem weitläufigen Tal miteinander verbunden und umgeben von reichlich geschützter Natur – das ist Simlångsdalen. Sowohl der kleine Ort zwischen den Seen Brearedsjön und Simlången als auch das ihn umgebende Tal tragen diesen Namen. Folgt man in Halmstadt in der Provinz Halland etwa 20 km der Rigsväg 25 in östliche Richtung, findet man sich bald am Brearedsjön wieder, dem ersten der vier Seen. Es folgen der Simlången, der Töddesjön und der Gyltigesjön. Zwei davon wollen wir heute bewandern.

Auf einer alten Bahnstrecke beginnt unsere Wanderung. Der Weg führt durch verschiedene Naturreservate mit unterschiedlicher Vegetation und endet letztendlich auch wieder auf der alten Strecke der Bolmenbanan. Das Auto parken wir auf der gegenüberliegenden Seite der Bahntrasse am Brearedsjön, an einer Badestelle. Wir kommen hier auch zwischendurch noch einmal vorbei, machen eine längere Pause und kühlen im See unsere Füße. Zum Baden ist mir der See aber zu kalt.

Auf der Blauen Route durch Simlångsdalen

Wir haben das Auto abgestellt, uns kurz umgesehen und überqueren nun die Hjärevadsbrücke und die Straße mit der Nummer 25. Auf der anderen Straßenseite betreten wir das Naturreservat Hule Norra und gleichzeitig den Wald und die Bahnstrecke. Bis zum Ende des Sees bleiben wir auch auf der Bolmenbahn-Strecke. Von 1889 bis 1966 fuhr die Bahn von Bolmen nach Halmstadt und transportierte Holz. Viele der alten Bahnstationen an der Strecke gibt es heute noch. Von den Schienen ist allerdings nichts mehr zu sehen, dafür kann man auf der Strecke hervorragend Wandern und Rad fahren.

Der See Simlången ist auf dieser Seite gespickt mit vielen Grillplätzen und Bänken. Hier soll man es also ruhig und gemütlich angehen lassen. Hinsetzen wollen wir uns aber nicht und zum Grillen haben wir eh nichts dabei. Dafür gehen wir ganz entspannt und genießen die Ruhe und die Natur. Rechts der See und links Sommerwiesen, mal ein Tümpel, gelegentlich in einiger Entfernung ein Häuschen. Idyllisch. In Schweden geht Entschleunigung tatsächlich ganz einfach.

Bevor wir die Bahntrasse erstmal verlassen, führt sie uns am Ende des Simlångensees noch einmal über die die Straße. Auf der anderen Seite des Sees gehen wir zurück. Hier ändert sich auch die Landschaft. Vorbei an Hügeln mit totem Baumbestand und durch Buchenwälder mit zum Teil sehr alten Bäumen durchqueren wir die Reservate Bröda und Veka. Die Wege sind jetzt steiniger, manchmal ist es nur ein Trampelpfad. Dazwischen immer wieder Weideflächen mit und ohne neugierige Beobachter. Durch eine der Weiden führt der offizielle Wanderweg. Hier sind wir aber allein – ohne tierische Gesellschaft.

Die haben wir dann allerdings zurück an der Badestelle. Eine aufdringliche Ente belästigt uns, vermutlich auf der Suche nach Essbarem. Ok, ich fühle mich von neugierigen Tieren eher selten belästigt und genieße die vom Tier frei gewählte Nähe. Entenfutter haben wir aber heute nicht dabei. Sie muss also leer ausgehen und watschelt wieder davon. Wir beenden unsere Pause und machen uns ebenfalls wieder auf den Weg zur zweiten Runde.

Danska Fallen – das Highlight im Simlångsdalen

Geplant hatten wir ursprünglich nur die Umrundung des Simlången. Die Strecke war nicht sonderlich lang (rund 8 km) und es ist noch früh am Tag, also entschließen wir uns spontan die Tour noch etwas auszudehnen und umrunden also noch den Brearedsjön. Hauptgrund dafür ist das Danska Fallen Reservat mit seinem Wasserfall.

Das Danska Fallen Reservat im Simlångsdalen ist eines der meistbesuchten Naturreservate in Halland. Hier fließt der Fluss Assmann in Stufen hinab in eine felsige Schlucht. 36 Meter stürzt sich das Wasser in die Tiefe. Am Flusslauf finden sich mehrere kleine Stromschnellen und kleinere Wasserfälle. Nicht übermäßig spektakulär – da kennen wir von Island andere Dimensionen – dennoch nicht weniger schön und wild.

Seinen Namen bekam der Wasserfall laut einer Legende tatsächlich durch die Dänen: Als die Dänen 1676 nach der Schlacht von Fyllebro flohen und Schutz hier im Wald suchten, überquerten sie eine Hängebrücke. Die Schweden warteten schon und schnitten einfach die Seile durch und die Dänen stürzten in den Fluss.

Weiter unten am Assmann gibt es noch Überreste der alten Eisenmühle Jöransfors zu entdecken. Viel sieht man nicht mehr, Informationstafeln weisen aber darauf hin. Im 18. Jahrhundert war die Mühle im Simlångsdalen einer der größten Hersteller von Nägeln, Werkzeugen, Hufeisenzubehör, Bleche und dergleichen. Was eben damals im Alltag unabdinglich war. Natürlich war der Ort hier perfekt als Produktionsstätte – immerhin befanden sich Wasserkraft und Holz für den Herstellungsprozess direkt vor der Tür.

Durch Buchen- und Eichenwald, hier und da durchzogen mit Moor- und Sumpfgebieten, gelangen wir zurück zur Bolmenbanan. Am Ufer des Brearedsjön kehren wir langsam wieder zurück und beenden einen entspannten Wandertag durch Hallands Naturparadies Simlångsdalen.

Wer unsere Seeumrundungen im Simlångsdalen nachwandern oder als Grundlage für eigene Entdeckungstouren nehmen möchte, kann sich wie immer die Tour bei komoot anschauen. Es gibt übrigens auch ein kleines Infocenter für Touristen nahe des Brearedsjön an der Kreuzung Brearedsvägen und Tönnersjövägen. Sicher bekommt man da vor Ort viele Informationen, die wir hier nicht geben können. Dort kann man sich auch über andere Aktivitäten im Simlångsdalen informieren: Kanu fahren, Angeln, Reiten, usw…

Werbung
Teile es!

Related Post

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: